Krankheiten

Kohlrabi krank? 5 häufige Krankheiten im Überblick

Gelbe Blätter oder schwarze Flecken am Kohlrabi? Viele Kohlrabi-Krankheiten lassen sich frühzeitig erkennen und behandeln. Wir zeigen dir die fünf häufigsten Erkrankungen und was wirklich hilft.

Dein Kohlrabi entwickelt seltsame Verfärbungen, die Knolle bleibt klein oder das Laub welkt plötzlich? Dahinter stecken meist pilzliche oder bakterielle Erreger, die sich bei feuchtwarmer Witterung oder im beengten Balkonkasten rasch ausbreiten. Wir stellen dir die fünf häufigsten Kohlrabi-Krankheiten vor, damit du die Symptome sicher zuordnest und mit gezielten Maßnahmen gegensteuern kannst.

1. Kohlhernie

Die Kohlhernie ist ein heimtückischer Wurzelfeind. Ausgelöst durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae verursacht sie auffällige, knotige Wucherungen an den Wurzeln. Die Knolle bleibt klein, das Laub verfärbt sich bläulich und kümmert, besonders an warmen Tagen lässt es die Blätter schlaff herabhängen. Die Dauerstadien des Pilzes halten sich jahrelang im Substrat, sodass eine Entsorgung der befallenen Pflanzen samt Wurzelballen über den Hausmüll alternativlos ist.

Für deinen Balkon heißt das: Verwende immer frische, torffreie Kübelpflanzerde und setze nie kreuzblütige Gemüse zwei Jahre hintereinander in denselben Topf. Eine Kalkung des Substrats auf pH-Werte über 7 reduziert das Infektionsrisiko spürbar. Befallene Pflanzen sofort entfernen und das Substrat als Restmüll entsorgen - auf dem Kompost überlebt der Erreger.

2. Falscher Mehltau

Zeigen sich auf den Blättern eckige, gelbliche Flecken, die unterseits von einem grauweißen, samtigen Belag begleitet werden, ist meist der Falsche Mehltau (Hyaloperonospora parasitica) am Werk. Bei anhaltender Blattnässe und Temperaturen um 10-20 °C vermehrt sich der Erreger explosionsartig und kann innerhalb weniger Tage das gesamte Laub zerstören.

Vorbeugend gießt du nur in den Wurzelbereich, hältst möglichst trockenes Laub und sorgst für einen luftigen Standort. Sind die ersten Flecken da, entferne konsequent befallene Blätter und greife zu einem für den Hausgarten zugelassenen Netzschwefel-Präparat oder einer Brühe aus Ackerschachtelhalm. Eine Behandlung der Blattunterseiten ist dabei entscheidend.

3. Echter Mehltau

Anders als sein falscher Verwandter fühlt sich der Echte Mehltau (Erysiphe cruciferarum) bei Schönwetter wohl. Auf den Blattoberseiten bildet sich ein abwischbarer, weißer Pilzrasen, später verbräunen die befallenen Partien und das Blatt stirbt ab. Warme Tage und kühle Nächte begünstigen den Befall erheblich.

Achte auf ausreichende Pflanzabstände, auch auf dem Balkon wollen Kohlrabi mindestens 20-25 cm Luft zum Nachbarn. Blätter regelmäßig auf erste Pusteln kontrollieren, denn ein frühes Eingreifen mit verdünnter Milch-Wasser-Lösung (1:8) oder einem Lecithin-Präparat kann den Pilz noch aufhalten. Befallene Blätter zügig abschneiden und nicht auf der Erde liegen lassen.

4. Alternaria-Blattflecken (Rapsschwärze)

Kleine, dunkelbraune bis schwarze Punkte, die von einem helleren Hof umgeben sind, weisen auf einen Befall mit Alternaria brassicae hin. Aus den Punkten werden zunehmend größere, konzentrisch geringelte Flecken mit gelblichem Rand - ein typisches „Schießscheiben“-Muster. Besonders ältere, geschwächte Pflanzen in engen Kübeln sind betroffen.

  • Entferne kranke Blätter zeitnah und entsorge sie im Hausmüll.
  • Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe, um Stress zu reduzieren.
  • Stärke deine Kohlrabi mit einer Kompost- oder Algenkalk-Gabe zum Saisonstart - robuste Pflanzen widerstehen Alternaria besser.

5. Weißer Rost

Der Weiße Rost (Albugo candida) ist ein obligat biotropher Pilz, der lebendes Gewebe benötigt. Typisch sind leuchtend weiße, blasenartige Pusteln auf der Blattunterseite, manchmal begleitet von Blattverdrehungen oder seitlichen Verwachsungen. Auf dem Balkon tritt er vor allem nach langen Regenphasen oder bei Gießfehlern auf, wenn das Laub häufig benetzt wird.

Beuge vor, indem du deine Pflanzen nur von unten gießt und einen windoffenen Platz wählst. Befallene Blätter kannst du großzügig entfernen. Chemische Mittel sind meist nicht nötig; eine Kräftigung durch Pflanzenjauchen (z.B. aus Brennnessel) unterstützt die Selbstheilung. Bei starkem Auftreten hilft eine Behandlung mit einem Kupferpräparat - im Balkonbereich bitte sparsam einsetzen.

Die meisten Kohlrabi-Krankheiten lassen sich mit einer vorbeugenden Pflege gut in Schach halten. Ein sonniger, luftiger Platz, lockere, gesunde Kübelpflanzerde, dosierte Wassergaben direkt auf die Erde und regelmäßige Blattkontrollen verhindern, dass sich Erreger auf deinem Balkon ungehindert ausbreiten. Entdeckst du dennoch eine Infektion, zählen schnelles Handeln und sauberes Werkzeug, um die restlichen Pflanzen zu schützen.

Veröffentlicht am 8. Juni 2026

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