Überwintern

Schwarzäugige Susanne winterfest machen: Schritt für Schritt

Deine Schwarzäugige Susanne ist keine Wegwerfpflanze! Mit diesen einfachen Schritten kannst du deine Schwarzäugige Susanne winterfest machen, damit sie den Winter überlebt und nächstes Jahr noch üppiger blüht.

Du liebst deine Schwarzäugige Susanne und willst sie nicht jedes Jahr aufs Neue kaufen? Dann lass dir gesagt sein: Das Überwintern ist einfacher, als du denkst. Die hübsche Kletterpflanze wird oft als einjährig verkauft, dabei ist sie bei uns nur nicht winterhart - in ihrer Heimat wächst Thunbergia alata mehrjährig und kann über Jahre hinweg eine wahre Blütenpracht entfalten. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du sie sicher durch die kalte Jahreszeit bringst - auch auf einem kleinen Stadtbalkon.

Vielleicht ist das dein erster Versuch und du fragst dich, ob sich der Aufwand lohnt. Glaub mir, ich habe schon einige Pflanzen über den Winter verloren und daraus gelernt, wie es besser geht. Mit der richtigen Vorbereitung musst du nicht jedes Frühjahr neue Jungpflanzen kaufen und kannst dich an einer deutlich kräftigeren, früher blühenden Susanne freuen. Es ist ein bisschen wie eine kleine Belohnung für deine Geduld.

Warum überhaupt überwintern? Ein paar ehrliche Antworten

Viele denken, Schwarzäugige Susannen seien klassische Wegwerfpflanzen für eine Saison. Tatsächlich sind sie in frostfreien Gebieten mehrjährige Kletterpflanzen, die einen leichten Strauchansatz bilden. Bei uns müssen sie lediglich vor Frost geschützt werden - und schon können sie mehrere Jahre alt werden. Das spart nicht nur Geld, sondern schenkt dir auch eine Pflanze, die jedes Jahr üppiger wird.

Ein weiterer Vorteil: Eine überwinterte Susanne startet im nächsten Frühjahr sofort durch, während du bei neuen Aussaatpflanzen wochenlang auf die erste Blüte wartest. Die älteren Pflanzen haben bereits ein starkes Wurzelwerk, das sie widerstandsfähiger gegen Trockenheit macht. Und ganz ehrlich: Es fühlt sich richtig gut an, wenn du sie im Mai wieder ins Freie stellst und sie nach wenigen Tagen neue Triebe schiebt.

Die wichtigste Voraussetzung: Du benötigst ein helles, kühles Plätzchen, an dem die Temperatur im Winter zwischen 10 und 15 Grad liegt. Ein kühler Wintergarten, ein unbeheiztes Treppenhaus oder ein heller Kellerraum sind ideal. Wenn du so einen Ort hast, stehen die Chancen richtig gut.

Schritt für Schritt: So wird deine Schwarzäugige Susanne winterfest

Jetzt geht es ans Eingemachte. Fang am besten an, sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter 10 °C sinken, spätestens aber bevor der erste Frost droht. Ein plötzlicher Kälteeinbruch kann die Blätter schädigen, also warte nicht zu lange. Mit den folgenden vier Schritten bereitest du die Pflanze stressfrei auf die Winterruhe vor.

  1. Rückschnitt: Schneide alle langen Triebe mit einer scharfen Schere auf etwa 15 bis 20 Zentimeter zurück. Entferne welke Blätter und Blüten. Das erleichtert der Pflanze die Einlagerung.
  2. Schädlingskontrolle: Schau dir die Blattunterseiten genau an - Spinnmilben und Blattläuse überleben sonst im Winterquartier und vermehren sich. Bei Befall kannst du die Blätter mit einem weichen Lappen und etwas milder Seifenlauge abwischen.
  3. Umtopfen? Falls die Erde sehr verdichtet ist oder du einen kleineren Topf benötigst, topfe vorsichtig um. Meist reicht es aber, die oberste Erdschicht zu erneuern.
  4. Einräumen: Bringe die Pflanze an den vorbereiteten, hellen und kühlen Standort. Gieße noch einmal leicht an, sodass der Wurzelballen nicht völlig austrocknet.

In den ersten Tagen nach dem Einräumen kann es sein, dass die Susanne noch ein bisschen schlapp aussieht - das ist ganz normal. Sie stellt sich auf die kühlere Umgebung ein. Wichtig ist, dass du sie jetzt nicht zu viel gießt. In der Ruhephase braucht sie nur selten Wasser, etwa einmal alle zwei bis drei Wochen ein Schluck, damit der Ballen nicht ganz trocken fällt.

Die richtige Pflege im Winterlager

Im Winterquartier reicht ein heller Platz, direkte Sonne ist nicht nötig. Stelle die Pflanze nicht in die Nähe einer Heizung; die trockene Heizungsluft ist Gift und fördert Spinnmilben. Eine konstante Temperatur ohne große Schwankungen zwischen Tag und Nacht ist vorteilhaft. Auch wenn die Susanne ruht, solltest du einmal pro Woche prüfen, ob die Erde noch leicht feucht ist - staubtrocken darf sie nicht werden.

Düngen ist in dieser Zeit komplett tabu. Die Pflanze legt ein Wachstumspause ein und kann Nährstoffe nicht verarbeiten. Wer jetzt düngt, riskiert Salzschäden an den Wurzeln und vergeile, lange Triebe, die später keinen Nutzen bringen. Sollten dennoch einige Blätter gelb werden, ist das meist unbedenklich - die Susanne wirft ältere Blätter ab. Nur wenn viele Blätter auf einmal vertrocknen, ist das ein Zeichen für zu wenig Licht oder zu hohe Temperaturen.

Ein letzter Tipp: Vergiss nicht, regelmäßig nach Schädlingen Ausschau zu halten. Gerade im Januar, wenn die Luft staubtrocken ist, fühlen sich Spinnmilben wohl. Ein einfaches Mittel: Erhöhe die Luftfeuchtigkeit um die Pflanze herum, indem du eine Schale mit Wasser aufstellst oder die Blätter ab und zu leicht mit kalkarmem Wasser besprühst.

Das Auswintern: So startet die Susanne durch

Ab Ende Februar oder Anfang März kannst du die Überwinterung langsam beenden. Erhöhe zuerst die Wassergaben sparsam und gewöhne die Pflanze an einen helleren Standort. Sobald die ersten grünen Spitzen erscheinen, schneide die Triebe noch einmal um einige Zentimeter zurück - das regt eine buschige Verzweigung an. Ab diesem Zeitpunkt beginnst du mit flüssigem Kübelpflanzendünger in halber Konzentration zu düngen.

Jetzt heißt es: Geduld. Die Schwarzäugige Susanne braucht Wärme und Licht, um aus dem Winterschlaf zu erwachen. Stelle sie an ein sonniges Fenster, halte die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe. Wenn du magst, kannst du die Pflanze etwa Mitte April an milden Tagen für ein paar Stunden ins Freie stellen, um sie abzuhärten. Aber Achtung: Sobald die Temperaturen abends unter 8 Grad fallen, muss sie zurück ins Haus.

Nach den Eisheiligen Mitte Mai darf die Susanne endgültig nach draußen an ihren Sommerplatz im Blumenkasten oder Topf. Jetzt braucht sie volle Sonne und eine gute Portion Langzeitdünger, um in die neue Saison zu starten. Oft blüht eine überwinterte Susanne bereits im Juni, während frisch ausgesäte Pflanzen erst einige Wochen später mit den ersten Blüten aufwarten.

Mit etwas Einfühlungsvermögen und diesen wenigen Handgriffen verwandelst du deine Schwarzäugige Susanne in eine treue Begleiterin, die dir über viele Jahre hinweg mit leuchtenden Blüten den Balkon schmückt. Scheue dich nicht vor dem ersten Versuch - selbst wenn mal eine Pflanze den Winter nicht übersteht, hast du garantiert etwas für die nächste Saison gelernt. Und wer weiß, vielleicht wird die Susanne schon bald zu deinem persönlichen Balkon-Liebling.

Veröffentlicht am 7. Juni 2026

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