Upcycling

Joghurtbecher als Pflanzgefäß: So einfach geht's

Aus leeren Joghurtbechern werden im Handumdrehen praktische Mini-Pflanzgefäße. Entdecke, wie du einen Joghurtbecher als Pflanzgefäß für Kräuter und Sukkulenten auf dem Balkon nutzen kannst.

Du brauchst nicht viel Platz und kein teures Zubehör, um mit dem Gärtnern anzufangen. Manchmal reicht ein leerer Joghurtbecher, ein bisschen Erde und ein Same. Ich habe selbst schon etliche Pflanzen in ausgedienten Plastikbechern großgezogen. Dabei habe ich festgestellt, dass sie genauso gut gedeihen wie in gekauften Töpfen. Ein selbst gemachtes Pflanzgefäß aus einem Joghurtbecher ist nicht nur praktisch, sondern auch eine schöne Art, Material wiederzuverwenden. Und das Beste: Selbst wenn mal etwas schiefgeht, hast du kaum etwas verloren.

Was du brauchst

Die Grundausstattung hast du wahrscheinlich schon zu Hause. Ein leerer Joghurtbecher aus Plastik oder auch aus Pappe ist das Herzstück. Achte darauf, dass er sauber ausgespült ist. Dazu kommen:

  • ein scharfes Messer oder eine Schere
  • einen kleinen Bohrer oder eine dicke Nadel zum Löcherstechen
  • Blumenerde (am besten torffreie Kräuter- oder Anzuchterde)
  • Untersetzer, z.B. einen alten Teller oder einen zweiten Joghurtbecherboden
  • optional: Farben oder Bänder zum Verzieren

Wenn du einen Joghurtbecher mit abnehmbarem Deckel hast, kannst du den Deckel sogar als Mini-Untersetzer nutzen. Ich persönlich mag es, die Becher vor dem Bepflanzen mit wasserfesten Stiften zu beschriften. So weißt du direkt, welche Kräuter du ausgesät hast.

So machst du aus dem Becher ein Pflanzgefäß

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Der wichtigste Schritt sind die Drainagelöcher. Ohne Abfluss staut sich Wasser, und deine Pflänzchen bekommen schnell nasse Füße. Nimm den Becher und stich mit einer erwärmten dicken Nadel oder dem kleinen Bohrer mehrere Löcher in den Boden. Zwei bis fünf Löcher reichen völlig. Bei einem Plastikbecher genügt schon leichter Druck, bei Pappbechern musst du vorsichtig sein, damit nichts reißt.

Danach füllst du den Becher etwa zur Hälfte mit Erde. Setze deinen Samen oder deinen kleinen Setzling ein, drücke die Erde leicht an und gieße vorsichtig an. Ich habe mir angewöhnt, die Erde vor dem Einsetzen leicht feucht zu machen, dann vermeidest du das Ausschwemmen der Samen. Anschließend kommt der Joghurtbecher auf einen Untersetzer. Fertig ist dein Upcycling-Pflanzgefäß! Falls du magst, kannst du die Becher noch mit Acrylfarbe bemalen oder mit Juteband umwickeln. So entsteht eine bunte Mini-Gärtnerei, die sich auch auf dem kleinsten Balkon gut macht.

Die besten Pflanzen für dein Upcycling-Pflanzgefäß

Nicht jede Pflanze fühlt sich in einem Joghurtbecher wohl. Grundsätzlich eignen sich Arten mit kleinen Wurzeln oder solche, die ohnehin nicht riesig werden. Küchenkräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Koriander wachsen prima. Auch Sukkulenten und kleine Kakteen sind ideal, denn sie brauchen wenig Wasser und mögen enge Behälter. Selbst Microgreens wie Rucola oder Radieschengrün lassen sich darin ziehen. Ernte einfach nach zwei Wochen die zarten Blättchen.

Wenn du Samen aussäst, halte dich am besten an einjährige Kräuter und schnellwachsende Pflanzen. So hast du rasch Erfolgserlebnisse. Bei gekauften Setzlingen ist darauf zu achten, dass der Wurzelballen Platz findet. Ein kleiner Tipp: Pflanze nicht mehr als einen Keimling pro Becher, sonst wird es zu eng. Und denke daran, die Pflanzen bei Bedarf später in größere Töpfe umzutopfen.

Standort und Gießen: So fühlen sich deine Pflanzen wohl

Ein Joghurtbecher heizt sich in der Sonne schnell auf. Deshalb solltest du deine Mini-Pflanzgefäße nicht dauerhaft der prallen Mittagssonne aussetzen, besonders im Hochsommer. Ein heller, aber halbschattiger Platz auf dem Balkongeländer oder dem Fensterbrett ist perfekt. Bei Kräutern wie Minze oder Petersilie reicht morgens eine Ration Wasser, Sukkulenten kommen mit einer wöchentlichen Gabe aus.

Beobachte die Erde täglich. Weil die Becher so klein sind, trocknet das Substrat rascher aus als in größeren Töpfen. Stecke zur Probe den Finger etwa einen Zentimeter in die Erde. Fühlt sie sich trocken an, ist es Zeit zum Nachgießen. Achte darauf, dass kein Wasser im Untersetzer stehen bleibt, sonst droht Wurzelfäule. Nach einem Regenguss kippst du überschüssiges Wasser einfach ab. So bleibst du auf der sicheren Seite und deine Pflanzen bleiben gesund.

Selbst gemachte Pflanzgefäße aus Joghurtbechern sind ein wunderbarer Einstieg ins Balkongärtnern. Sie kosten nichts, verbrauchen kaum Platz und schenken dir jeden Morgen einen grünen Freudenmoment. Probier’s einfach aus; du wirst sehen, wie gut sich die kleinen Töpfe in dein grünes Zuhause einfügen.

Veröffentlicht am 6. Juni 2026

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