Winterschutz
Süßkartoffel überwintern: So kommt die Pflanze gut durch den Winter
Mit ein paar einfachen Handgriffen bringst du deine Süßkartoffeln durch den Winter und startest im Frühjahr mit eigenen Pflanzen durch.
Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) stammt aus den Tropen und verträgt keinen Frost. Dabei ist sie mehrjährig - mit einem einfachen Winterquartier rettest du deine Pflanzen und sparst dir im nächsten Jahr den Neukauf. Zwei Wege haben sich bewährt: Du kannst die Knollen im Haus einlagern oder die ganze Pflanze als Kübelpflanze weiterkultivieren. Entscheidend ist, dass du rechtzeitig vor dem ersten harten Frost handelst, denn einmal durchgefrorene Knollen faulen unweigerlich.
Wie bereitest du die Knollen auf die Lagerung vor?
Grabe die Süßkartoffeln vorsichtig aus, sobald das Laub gelb wird oder leichte Nachtfröste es geschädigt haben - spätestens Mitte Oktober. Verwende eine Grabegabel, um die Knollen nicht zu verletzen. Bürste die Erde nur grob ab und wasche sie nicht, denn Feuchtigkeit fördert Fäulnis. Kleinere Schürfstellen trocknen während der Aushärtung von selbst ein.
Nach dem Ausgraben müssen die Knollen aushärten: Lege sie etwa eine Woche an einen warmen Ort mit 25-30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel ins Bad oder einen beheizten Keller mit einer Schale Wasser. In dieser Phase verschließen sich kleine Risse, und die Schale wird dicker - die ideale Voraussetzung für eine lange Lagerung.
Danach kommen die Knollen an ihren endgültigen Lagerplatz: Ein dunkler Raum mit 10 bis 15 °C und mäßiger Belüftung ist perfekt. Wickle sie einzeln in Zeitungspapier oder bette sie in trockenen Sand. Kontrolliere alle zwei Wochen, ob sich weiche Stellen oder Schimmel bilden, und sortiere befallene Exemplare sofort aus.
Kannst du die Süßkartoffel als Kübelpflanze weiterziehen?
Ja, die ganze Pflanze lässt sich problemlos drinnen überwintern. Schneide im Herbst lange Ranken auf etwa 20 cm zurück und stelle den Topf an ein helles Fenster, aber nicht in die direkte Heizungsluft. Eine kühle Zimmertemperatur von 12 bis 18 °C ist ideal; bei zu viel Wärme treibt die Pflanze schwache, lange Triebe.
Gieße nur noch sparsam - die Erde darf oberflächlich antrocknen, bevor du nachgießt. Gedüngt wird in der Ruhephase gar nicht. Die Blätter werden im Winter oft blass oder fallen teilweise ab, was völlig normal ist. Sobald die Tage ab März wieder länger werden, treibt die Pflanze kräftig neu aus. Dann kannst du langsam mehr gießen und ab April mit einem milden Flüssigdünger alle zwei Wochen wieder starten.
Wie startest du im Frühjahr mit den gelagerten Knollen durch?
Ab März weckst du die Knollen aus ihrer Winterruhe. Setze sie in eine flache Schale mit feuchtem Anzuchtssubstrat oder stelle sie zur Hälfte in ein Glas Wasser (spitze Seite nach unten). Bei 20 bis 25 °C und viel Licht bilden sich innerhalb weniger Wochen die ersten Austriebe, sogenannte Slips.
Sobald die Slips etwa 10 cm lang sind, drehst du sie vorsichtig von der Knolle ab und bewurzelst sie in einem Glas Wasser oder direkt in Anzuchterde. Jede Knolle liefert problemlos ein Dutzend neuer Pflanzen. Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, dürfen die Jungpflanzen ins Freie - entweder ins Beet oder in große Kübel mit nährstoffreicher Erde. So hast du ohne Samenkauf einen kräftigen Start in die neue Saison.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Einige typische Fallstricke machen die Mühe der Überwinterung zunichte. Achte auf die kritischen Punkte, damit deine Pflanzen sicher durchkommen.
- Zu kalte Lagerung: Temperaturen unter 8 °C führen zu Kälteschäden; die Knollen werden glasig und verfaulen später.
- Feuchtigkeit im Winterquartier: Nasse Erde oder Kondenswasser in der Lagerkiste begünstigen Schimmel - trocken halten ist oberstes Gebot.
- Ungehärtete Knollen einlagern: Ohne die einwöchige Aushärtung bei Wärme sind die Knollen nicht haltbar und schrumpeln schnell.
- Zu frühes Auspflanzen: Setze Jungpflanzen erst nach dem letzten Frost ins Freie, sonst droht ein Kälteschock.
Wenn du diese Punkte beachtest, überstehen deine Süßkartoffeln den Winter verlässlich und belohnen dich im nächsten Jahr mit einer noch üppigeren Ernte.
Veröffentlicht am 10. Juni 2026