Schädlinge

Johannisbeerblattwespe an Weinreben: Erkennen und retten

Wenn an deiner Weinrebe plötzlich gefräßige, grüne Larven auftauchen, könnte es sich um die Johannisbeerblattwespe handeln. So erkennst du sie sicher und wirst sie wieder los.

Du entdeckst an deiner Weinrebe auf dem Balkon auf einmal raupenähnliche Tiere, die Blätter bis auf die Rippen kahl fressen. Dabei denkst du vielleicht an die Raupen eines Schmetterlings, doch häufiger steckt die Johannisbeerblattwespe (Nematus ribesii) dahinter. Obwohl sie ihren Namen von Johannisbeeren hat, kann sie unter bestimmten Bedingungen auch Weinreben befallen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den Schädling sicher erkennst und deine Pflanze rettest.

Wie erkenne ich die Johannisbeerblattwespe an Weinreben?

Die Larven sind etwa 10 bis 15 Millimeter lang und wirken auf den ersten Blick wie grüne Raupen mit orangefarbenem Kopf und vielen schwarzen Punktwarzen. Anders als echte Raupen besitzen sie sechs echte Beinpaare und zusätzlich sechs bis acht Bauchbeinpaare. Sie sitzen meist gesellig an den Blatträndern und fressen das Gewebe von außen nach innen ab, wobei charakteristische Skelettierungen und später Kahlfraß entstehen. Die erwachsenen Tiere sind kleine, schwarz-gelbe Pflanzenwespen, die du aber seltener zu Gesicht bekommst.

Ist das wirklich die Johannisbeerblattwespe oder eine andere Art?

Es gibt mehrere Blattwespen, die an Weinreben auftreten können. Die Larven der Johannisbeerblattwespe haben einen orangeroten Kopf und schwarze Punktwarzen, während die der Grünblättrigen Weinblattwespe (Erythraspides vitis) blasser gefärbt sind und einen braunen Kopf tragen. Ein Blick auf den Kopf und die Warzen hilft dir also bei der Unterscheidung. Im Zweifel schadet die richtige Bekämpfung nicht, denn die Vorgehensweise ist sehr ähnlich.

Welche Schäden richtet sie an der Weinrebe an?

Die Larven fressen Löcher ins Blattwerk und lassen oft nur die starken Blattrippen übrig. Besonders bei jungen oder im Kübel wachsenden Pflanzen schwächt ein solcher Kahlfraß die Weinrebe erheblich, weil sie weniger Energie über die Photosynthese aufnehmen kann. Die Traubenausbildung leidet, und mehrjähriger starker Befall kann das Wachstum dauerhaft hemmen. Gerade auf dem Balkon mit begrenztem Wurzelraum ist das Risiko einer dauerhaften Schwächung hoch.

Wie kann ich die Weinrebe retten? Sofortmaßnahmen

Das Wichtigste ist, die Larven mechanisch zu entfernen. Streife sie vorsichtig mit Handschuhen ab und gib sie in einen Eimer mit Seifenwasser. Weil die Wespenlarven oft gesellig fressen, reicht oft eine gründliche Kontrolle.

  • Täglich alle befallenen Triebe nach neuen Larven absuchen.
  • Härter betroffene Blätter oder Triebspitzen herausschneiden und im Hausmüll entsorgen.
  • Biologische Spritzmittel mit Niemöl (Neem) einsetzen, die den Fraß stoppen und die Häutung stören. Wiederhole die Behandlung alle fünf bis sieben Tage.
  • Bei sehr starkem Befall kannst du ein zugelassenes, biotechnisches Pyrethrum-Präparat anwenden, aber nur außerhalb des Bienenflugs und möglichst nicht in der Sonne.

Gibt es natürliche Feinde, die mir helfen?

Auf einem Balkon lassen sich Nützlinge gezielt fördern. Vögel wie Meisen fressen die Larven, wenn du ihnen eine flache Wasserschale und keine glatten Scheiben vorenthältst. Im Boden lebende räuberische Nematoden können im Kübel eingesetzt werden, um die ins Substrat abwandernden Ruhelarven zu reduzieren. Vermeide chemische Breitbandmittel, damit sich Schlupfwespen und Raupenfliegen von selbst ansiedeln können, auch wenn sie eher die Schmetterlingsraupen regulieren.

Wie beuge ich einem erneuten Befall vor?

Kontrolliere deine Weinrebe ab Mai wöchentlich auf erste Fraßspuren, denn die erste Generation schlüpft früh. Decke die Erdoberfläche des Kübels mit einem feinmaschigen Vlies oder einer Mulchschicht ab, um das Eindringen der Larven zur Verpuppung zu erschweren. Eine ausgewogene Versorgung mit Wasser und organischem Dünger hält die Pflanze widerstandsfähig. Pflanze zusätzlich Kräuter wie Dill oder Fenchel in die Nähe, deren Blüten Nützlinge anlocken und so das natürliche Gleichgewicht auf deinem Balkon stärken.

Mit konsequentem Absammeln und einem biologischen Spritzmittel bekommst du die Johannisbeerblattwespe an deiner Weinrebe meist gut in den Griff. Weil die Larven nur eine begrenzte Zeit fressen, kann die Pflanze sich nach einer Rettung erstaunlich schnell erholen, sofern du die richtigen Maßnahmen rechtzeitig einleitest.

Veröffentlicht am 19. Juni 2026

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