Gießtipp

Astern gießen: Was Stauden und Farne unterscheidet

Astern sind robust, aber beim Gießen gibt es Unterschiede: Stauden und Farne haben ganz eigene Bedürfnisse. Erfahre, worauf es ankommt.

Astern und Farne - auf den ersten Blick könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Die einen leuchten im Spätsommer mit üppigen Blüten, die anderen verzaubern mit filigranen Wedeln. Doch auch beim Gießen trennen sich ihre Wege. Während Astern als typische Stauden mit gelegentlicher Trockenheit klarkommen, benötigen die meisten Farne eine konstante Bodenfeuchte. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf es ankommt, damit beide gesund bleiben.

Warum haben Stauden und Farne so unterschiedliche Ansprüche?

Stauden wie Astern sind Überlebenskünstler. Ihre tief reichenden Wurzeln erschließen auch in tieferen Bodenschichten Wasser, sodass sie kurze Trockenphasen gut überstehen. Gleichzeitig sind ihre Blätter oft fest und mit einer wachsartigen Schicht überzogen, die Verdunstung reduziert. Bei Astern zeigt sich das besonders an den leicht filzigen Stängeln - eine clevere Anpassung an sonnige Standorte.

Farne hingegen stammen aus feuchten Wäldern. Ihre faserigen Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche und sind auf eine gleichmäßig feuchte Umgebung angewiesen. Schon kurzer Wassermangel lässt die Wedel schlaff werden, denn sie besitzen keine Cuticula - die schützende Wachsschicht, die vielen Pflanzen das Wasser spart. Bei den meisten Farnen ist zudem der gesamte Aufbau auf hohe Luftfeuchtigkeit ausgelegt. Die fein gegliederten Wedel bieten eine große Verdunstungsoberfläche und können kaum Wasser speichern. Einmal vertrocknete Wedel erholen sich oft nicht mehr.

Astern gießen: So unterstützt du die Staude optimal

Astern blühen am schönsten an sonnigen Plätzen. Dort trocknet die Erde natürlich schneller aus. Gieße deshalb lieber selten, dafür aber durchdringend. Einmal pro Woche 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter - das ist meist ausreichender als tägliches Tröpfeln. Der häufigste Fehler ist Staunässe, die die Wurzeln faulen lässt. Achte darauf, dass überschüssiges Wasser abfließen kann, gerade bei Kübelhaltung auf dem Balkon.

Besonders in der Blütezeit von August bis Oktober brauchen Astern genügend Feuchtigkeit für ihre Knospen. Ist es sehr heiß, gieße frühmorgens und vermeide, die Blätter zu benetzen. Das beugt Mehltau vor. Der Boden sollte zwischen den Wassergaben oberflächlich abtrocknen dürfen. So bleiben die Wurzeln gesund und die Pflanze trotzt auch sommerlichen Hitzeperioden.

Im Herbst, nach der Blüte, fahren Astern ihren Stoffwechsel herunter. Dann reduzierst du die Wassergaben deutlich. Die Erde sollte nur noch so feucht sein, dass die Wurzeln nicht völlig austrocknen. So verhinderst du Fäulnis in der Ruhephase und die Staude kommt gut über den Winter.

Farne gießen: Hohe Luftfeuchtigkeit ist der Schlüssel

Anders als Astern lieben Farne ein dauerhaft feuchtes Substrat. Ideal ist kalkarmes Wasser, weil viele Farne empfindlich auf Kalk reagieren. Gieße so, dass der Wurzelballen nie ganz austrocknet - ein Feuchtigkeitsmesser hilft dir, das richtig einzuschätzen. Da Farne meist im Halbschatten oder Schatten wachsen, verdunstet weniger Wasser, aber ihre flachen Wurzeln machen sie empfindlich gegen oberflächliche Austrocknung.

Besonders wichtig ist die Luftfeuchte. Stelle bei Zimmerfarnen einen Untersetzer mit Blähton und Wasser unter den Topf oder besprühe die Wedel regelmäßig mit weichem Wasser. Im Freiland sorgt eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenkompost dafür, dass die Bodenfeuchte konstant bleibt. So fühlen sich die filigranen Blätter wohl und bleiben sattgrün.

Achte auf die Signale der Pflanze: Eingerollte Wedel oder braune Spitzen sind ein Hilferuf nach Wasser. Dann hilft oft nur ein Tauchbad des Topfes, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Aber Vorsicht: Stehendes Wasser im Übertopf lässt die Wurzeln faulen. Einmal erholt, dankt dir der Farn mit einem kräftigen Austrieb.

Zusammen im Beet: Das musst du beachten

Wenn du Astern und Farne in einem Beet oder großen Kübel kombinierst, brauchst du einen Kompromiss. Die Aster will es sonnig und eher trocken, der Farn schattig und feucht. Das klappt nur, wenn du die unterschiedlichen Mikrostandorte geschickt nutzt. Eine durchdachte Platzierung ist hier die halbe Miete.

Platziere den Farn im Schatten der Aster oder eines größeren Gefäßes. So verdunstet weniger Wasser und der Farn profitiert von der beschatteten Zone. Die Aster bekommt den sonnigen Rand und wird nur sparsam gegossen. So vermeidest du Wurzelkonkurrenz um Feuchtigkeit und beide Pflanzen können sich entfalten.

In Trockenperioden gießt du den Farn gesondert und häufiger. Eine gute Drainage unter beiden Pflanzen verhindert, dass die Aster unter der Feuchtigkeit leidet. Mit etwas Planung gedeihen beide nebeneinander - als Spiegelbild ihrer natürlichen Lebensräume.

Astern und Farne sind keine schwierigen Diven, aber ihre unterschiedliche Herkunft verlangt ein feines Gespür für das Gießen. Wer versteht, wo die Pflanzen herkommen, gießt mit Bedacht statt nach Schema. Dann danken es dir die Astern mit einer verschwenderischen Blüte und die Farne mit sattgrünen, gesunden Wedeln.

Veröffentlicht am 13. August 2026

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