Schädlinge

Wenn der Frostspanner deine Zwergmispel kahl frisst

Grüne Raupen können eine Zwergmispel im Mai bis auf die Blattadern kahl fressen. Ein Leimring im Herbst erledigt das Problem oft schon vorher.

Im Mai sitzt du auf dem Balkon, blickst auf deine Zwergmispel und siehst nur noch kahle Zweige. Oft steckt der Frostspanner dahinter, genauer seine grünen Raupen, die im Frühjahr ganze Triebe abfressen. Das passiert nicht über Nacht, und du kannst früh gegensteuern. Entscheidend ist, was du im Herbst und Winter tust.

Was richtet der Frostspanner an der Zwergmispel an?

Die Zwergmispel (Cotoneaster) wächst im Kübel dicht und buschig, mit vielen feinen Seitentrieben. Genau das mag der Frostspanner. Zwischen den Zweigen findet er Verstecke, und der Austrieb im April liefert weiche, zarte Blätter.

Der Frostspanner (Operophtera brumata) hat einen ungewöhnlichen Rhythmus. Die Weibchen sind flügellos und klettern im Spätherbst am Stamm nach oben. Dort legen sie ihre Eier in feine Rindenritzen. Sobald im Frühjahr die Knospen aufgehen, schlüpfen die Raupen.

Der Schaden zeigt sich zuerst als kleine Fraßlöcher in den Blättern. Bei starkem Befall bleiben nur die harten Blattadern stehen, und der Strauch sieht aus, als hätte jemand grob daran gerupft. Ein Kübelstrauch treibt danach oft wieder aus, verliert aber den Zuwachs eines ganzen Jahres.

Woran erkennst du den Befall früh?

Die Raupen sind grün bis bräunlich und etwa 1 bis 2 Zentimeter lang. Sie fressen vor allem nachts und sitzen tagsüber dicht an den Trieben oder auf der Blattunterseite. Wer nur mittags nachsieht, übersieht sie leicht.

Ein einfacher Test: Klopfe am Abend leicht gegen einen Zweig und halte ein weißes Blatt Papier darunter. Fallen kleine grüne Würmer oder Kotkrümel herab, ist der Befall sicher. Typische Anzeichen sind außerdem:

  • durchlöcherte Blätter mit angefressenen Rändern
  • feine Gespinste zwischen den Trieben
  • kahle Zweigspitzen ab Mai
  • grüne Kotkrümel auf den Blättern darunter

Wie wirst du die Raupen wieder los?

Bei einem einzelnen Kübelstrauch kommst du mit Absammeln erstaunlich weit. Geh abends mit einer Taschenlampe über die Pflanze und streife die Raupen in ein Gefäß mit Seifenwasser. Das klingt mühsam, ist aber in wenigen Minuten erledigt.

Zusätzlich hilft ein kräftiger Wasserstrahl. Er spült einen Teil der Tiere ab und stört die anderen, die sich bei Berührung an einem Faden abseilen. Wiederhole das an mehreren Abenden, denn die Raupen schlüpfen nicht alle am selben Tag.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Abends kontrollieren und die Raupen absammeln.
  2. Die Pflanze zwei bis drei Abende hintereinander mit Wasser abspülen.
  3. Bei starkem Befall auf Neem oder Schmierseife zurückgreifen.
  4. Nach zwei Wochen erneut prüfen, ob frische Fraßspuren dazukommen.

Wie beugst du im Herbst vor?

Der wirksamste Zeitpunkt liegt nicht im Frühling, sondern im November. Dann klettern die flügellosen Weibchen am Stamm nach oben. Ein Leimring aus dem Fachhandel stoppt sie auf dem Weg. Bring ihn ab Oktober an und erneuere ihn, wenn er verstaubt oder eingetrocknet ist.

Achte darauf, dass der Ring eng am Stamm anliegt und keine Zweige darüber hinwegführen. Sonst finden die Tiere eine Brücke und der ganze Aufwand war umsonst. Bei sehr jungen Pflanzen wickle ihn nicht zu stramm, damit der Stamm weiter wachsen kann.

Ein zweiter Baustein sind Vögel. Meisen und Rotkehlchen picken die Raupen ab, wenn sie im Frühjahr ihre Jungen füttern. Ein Vogelhaus nahe der Balkonbrüstung lohnt sich also doppelt, denn die Zwergmispel selbst trägt im Herbst Beeren, die viele Arten mögen.

Eine kahl gefressene Zwergmispel ist kein Grund zur Panik. Der Strauch ist zäh und treibt aus dem alten Holz wieder aus. Wer im Herbst den Leimring anbringt, abends kurz kontrolliert und den Vögeln etwas Platz lässt, hat den Frostspanner meist im Griff, bevor er überhaupt sichtbar wird.

Veröffentlicht am 6. Oktober 2026

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