Schädlinge

Grüner Frauenmantel mit Zikaden? So rettest du die Staude

Silbrig gefleckte Blätter sehen nach Trockenheit aus, stecken aber oft voller Zikaden. Ein kräftiger Wasserschwall spült die Tiere an einem Morgen weg.

Der Grüne Frauenmantel (Alchemilla mollis) gilt als pflegeleicht und robust. Genau deshalb fällt vielen erst spät auf, dass sich Zikaden in den Blättern festgesetzt haben. Die Tiere saugen an der Unterseite und hinterlassen silbrig schimmernde Flecken, die aussehen wie Sonnenbrand. Wer die Anzeichen kennt, stoppt den Befall früh und die Staude bleibt über Jahre kräftig.

Zikaden sind nur wenige Millimeter klein und springen bei der kleinsten Berührung weg. Das macht sie schwer zu fassen, aber nicht unbesiegbar. Mit einem Wasserschwall, etwas Geduld und einem genauen Blick auf die Blattunterseiten bekommst du den Befall meist gut in den Griff.

Woran erkennst du Zikaden am Grünen Frauenmantel?

Die auffälligsten Spuren sind silbrig-weiße Flecken auf der Blattoberseite. Sie entstehen, weil die Zikaden beim Saugen einzelne Zellen leeren und Luft ins Gewebe eindringt. Die Flecken bleiben zunächst klein und rund, wachsen mit der Zeit aber zusammen. Bei starkem Befall wirkt die ganze Pflanze wie ausgebleicht.

Anders als bei Spinnmilben fehlen feine Gespinste. Anders als bei Blattläusen klebt kein Honigtau auf den Blättern. Ein sicheres Zeichen sind die weißen Häutungsreste, die an der Blattunterseite hängen bleiben. Wer genau hinsieht, entdeckt dort auch die länglichen, hellgrünen Tiere selbst.

Ein schneller Test hilft: Halte ein weißes Blatt Papier unter einen Trieb und klopfe kräftig gegen die Blätter. Was herunterfällt, hüpft über das Papier. Das sind fast immer Zikadenlarven oder erwachsene Tiere.

Welche Zikaden sitzen ausgerechnet auf dem Frauenmantel?

Frauenmantel hat weiche, saftreiche Blätter und dichte Blattmasse. Das ist ein reich gedeckter Tisch für saugende Insekten. Besonders häufig findet sich die Gattung Eupteryx, zu der mehrere kleine, grün gemusterte Arten gehören. Sie sitzen bevorzugt an krautigen Stauden mit üppigem Laub.

Die Weibchen legen ihre Eier direkt ins Blattgewebe oder in die Triebspitzen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich mehrfach häuten und dabei ihre weißen Häutchen zurücklassen. Bei warmem Wetter dauert eine Generation nur wenige Wochen, deshalb kann sich die Zahl schnell aufbauen.

Auf dem Balkon fehlen oft die natürlichen Gegenspieler. Im Garten regulieren Spinnen, Raubwanzen und Schlupfwespen die Population. In der Topfkultur musst du diese Rolle selbst übernehmen.

Was hilft sofort, wenn die Blätter schon silbrig sind?

Ein Befall lässt sich gut eindämmen, solange die Triebe nicht komplett vertrocknet sind. Die Zikaden sitzen fast immer auf der Blattunterseite, deshalb zielt jede Behandlung genau dorthin. Arbeite in dieser Reihenfolge:

  1. Dusche die Pflanze am frühen Morgen kräftig von unten nach oben. Der Wasserstrahl spült Larven und Häutungsreste ab.
  2. Wiederhole das an drei Tagen hintereinander. So erwischst du auch frisch geschlüpfte Tiere.
  3. Hänge Gelbtafeln in die Nähe der Triebspitzen. Die Tiere fliegen die Farbe an und bleiben kleben.
  4. Bei hartnäckigem Befall sprühe eine Mischung aus Schmierseife und Wasser auf die Blattunterseiten.
  5. Schneide befallene Triebe bis ins gesunde Gewebe zurück, wenn ganze Bereiche vergilbt sind.

Ein Rückschnitt schadet dem Frauenmantel kaum. Er treibt aus der Basis zuverlässig neu aus und bildet bis zum Herbst wieder dichte Blattrosetten. Wichtig ist, dass du die abgeschnittenen Reste nicht auf dem Balkon liegen lässt, sondern direkt entsorgst.

Wie beugst du einem neuen Befall vor?

Zikaden mögen es warm, trocken und windstill. Ein Standort mit etwas Luftbewegung und ohne Hitzestau beugt dem Befall vor. Auf dem Balkon heißt das: nicht direkt an der Glasfront, sondern mit ein paar Zentimetern Abstand zur Wand.

Gieße morgens und halte die Blattunterseiten regelmäßig feucht. Ein feiner Nebel am frühen Morgen erschwert den Larven das Ansaugen. Staunässe im Topf solltest du trotzdem vermeiden, sonst bekommt die Pflanze Wurzelprobleme.

  • Kontrolliere neue Pflanzen aus der Gärtnerei, bevor sie zu den anderen Töpfen kommen.
  • Entferne welke Blätter zeitnah, damit sich dort keine Larven verstecken.
  • Lichte den Bestand im Frühjahr aus, damit die Luft besser durch die Rosetten zieht.
  • Stelle den Topf alle paar Wochen um, damit sich die Tiere nicht an einer Stelle einnisten.

Kann der Grüne Frauenmantel einen starken Befall überleben?

Ja, in der Regel erholt er sich vollständig. Der Frauenmantel ist eine robuste Staude mit kräftigem Wurzelstock. Selbst wenn die Blätter im Juli fast weiß aussehen, treibt die Pflanze nach einem Rückschnitt wieder grün aus. Kritisch wird es erst, wenn zusätzlich Trockenheit oder Staunässe dazukommt.

Beobachte in den Wochen nach der Behandlung die neuen Triebe. Bleiben sie fleckenfrei, sitzen keine Tiere mehr. Zeigen sich erneut helle Punkte, wiederhole die Dusche und kontrolliere die Blattunterseiten alle zwei Tage.

Mit ein paar Minuten Kontrolle pro Woche bleibt der Grüne Frauenmantel das, was er sein soll: eine unkomplizierte Staude mit weichen Blättern und feinen Blütenständen. Zikaden sind lästig, aber kein Grund, die Pflanze aufzugeben.

Veröffentlicht am 8. Oktober 2026

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