Herbstpflege
Herbstlaub entfernen und dabei Nützlinge schonen
Auf Kübelpflanzen gedrücktes Laub ist der häufigste Grund für faulende Wurzeln im Winter. Mit drei Handgriffen bleibt der Topf luftig.
Kaum fallen die ersten Blätter, sieht dein Balkon aus wie ein Stück Waldboden. Das meiste davon darf liegen bleiben, denn Laub ist kein Abfall. Nur dort, wo es auf Kübelpflanzen und Balkonkästen drückt, wird es zum Problem: Die Blätter speichern Feuchtigkeit, ersticken den Wurzelhals und laden Pilze ein. Beim Laub entfernen im Herbst trennst du also das Nützliche vom Schädlichen.
Warum du nicht jedes Blatt entfernen musst
Ein Laubhaufen ist ein Winterquartier. Igel, Spinnen und Laufkäfer verkriechen sich darin, Regenwürmer ziehen die Blätter in den Boden und machen daraus Humus. Lässt du einen Teil des Laubs liegen, arbeitet dein Balkon also für dich. Laub ist kostenloser Mulch und Dünger in einem.
Kritisch wird es nur an wenigen Stellen. Steht das Laub dicht um den Wurzelhals von Kübelpflanzen, kann es dort faulen. Besonders betroffen sind Töpfe mit dichter Bepflanzung, in denen ohnehin wenig Luft zwischen den Stängeln zirkuliert. Dort solltest du auf jeden Fall eingreifen.
So gehst du beim Herbstlaub entfernen vor
Nimm dir eine halbe Stunde und arbeite von oben nach unten. Grobes Laub auf der Substratoberfläche lässt sich mit den Händen oder einem kleinen Handrechen abtragen. Wichtig ist, dass du die oberste Substratschicht nicht mit aufreißt, denn dort sitzen die feinen Wurzeln.
Zwischen Stängeln und Trieben kommst du mit den Fingern am besten weiter. Ein alter Löffel tut es auch. Arbeite vorsichtig, damit du keine jungen Triebe abbrichst. Bei winterharten Stauden im Topf reicht es, den Wurzelhals freizuhalten.
- Grobes Laub von der Oberfläche abnehmen.
- Zwischen den Trieben mit den Fingern nacharbeiten.
- Den Wurzelhals freilegen.
- Nasses, verklumptes Laub aussortieren.
- Den Rest als dünne Mulchschicht liegen lassen.
Drücke das Laub nie in den Topf, sondern lege es locker auf. Eine Schicht von 2 bis 3 Zentimetern schützt vor Frost und Verdunstung. Dicker sollte sie nicht sein, sonst kommt kein Sauerstoff mehr an die Wurzeln.
Ein Laubhaufen für Igel und Käfer
An einer geschützten Balkonecke entsteht aus dem gesammelten Laub ein kleines Winterquartier. Ein Drahtkorb, ein Jutesack oder ein flacher Blumentopf mit Blättern darin genügt völlig. Dort überwintern Insekten, die im Frühjahr wieder deine Blattläuse fressen.
Wichtig ist nur, dass der Haufen atmen kann. Presse die Blätter nicht in eine geschlossene Kiste, sonst schimmeln sie. Ein lockerer Haufen an der Wand bleibt jahrelang in Form und liefert dir nebenbei Material für den Kompost.
Wohin mit dem gesammelten Laub?
Auf dem Kompost zersetzen sich die Blätter zu wertvollem Humus, brauchen aber länger als Küchenabfälle. Mische sie mit Rasenschnitt oder anderem grünen Material, dann arbeitet der Haufen schneller. Blätter von Quercus und Juglans brauchen am längsten, weil ihre Gerbstoffe die Zersetzung bremsen.
Hast du wenig Platz, sammle das Laub in einem alten Laubsack und lass es dort über den Winter liegen. Im Frühjahr kannst du den halb verrotteten Rest direkt unter deine Tomaten einarbeiten. Blätter von kranken Pflanzen gibst du besser nicht auf den Kompost.
Nach einer halben Stunde Arbeit sieht dein Balkon wieder aufgeräumt aus, und die Töpfe können atmen. Wenn du das Laub nicht wegwirfst, sondern kompostierst, hast du im nächsten Frühjahr den besten Dünger für deine Kästen. So wird aus der Herbstarbeit ein Gewinn für die nächste Saison.
Veröffentlicht am 12. Oktober 2026