Herbsternte
Safran-Krokus ernten und Zitronengras schneiden
Drei rote Fäden pro Blüte, und die ganze Ernte passt in ein Teesieb. Beim Zitronengras entscheidet dagegen ein einziger Schnitt über den Winter.
Im Oktober öffnet der Safran-Krokus seine Blüten, und für ein paar Tage steht auf deinem Balkon ein Gewürz, das teurer ist als Gold. Die ganze Blütezeit dauert nur zwei bis drei Wochen. Danach ist der Safran-Krokus für dieses Jahr fertig, und das Zitronengras wartet schon auf seinen letzten Schnitt vor dem Winter.
Wann ist der Safran-Krokus erntereif?
Der Safran-Krokus blüht im Herbst, nicht im Frühjahr. Seine Knollen steckst du im August oder September etwa 10 bis 15 Zentimeter tief in lockere, sandige Erde. Die ersten Blüten zeigen sich meist Mitte Oktober, und jede einzelne von ihnen lebt genau einen Tag.
Geöffnet wird die Blüte in den Morgenstunden. Der beste Moment zum Ernten liegt zwischen neun und elf Uhr, wenn der Tau abgetrocknet ist, die Sonne aber noch nicht brennt. Regen wäscht die Aromastoffe aus den Fäden, deshalb erntest du besser früher, wenn für den Nachmittag Schauer angesagt sind.
Jede Blüte trägt drei rote Fäden, die Narben. Für ein Gramm getrockneten Safran brauchst du rund 150 Blüten. Das klingt viel, ist aber machbar: Zehn Töpfe mit je zehn Knollen bringen in einer guten Saison eine kleine Dose zusammen.
Wie zupfst du die Fäden richtig heraus?
- Halte die Blüte vorsichtig über eine helle Unterlage.
- Greife den roten Faden knapp unterhalb der Blütenröhre.
- Ziehe ihn mit einem gleichmäßigen Ruck heraus und trenne den gelben Griff ab.
- Lege die Fäden einzeln auf Küchenpapier, ohne sie übereinanderzuschieben.
Der gelbe Griff schmeckt bitter und verdünnt den Geschmack, deshalb gehört er nicht ins Glas. Eine Pinzette hilft, wenn deine Fingerspitzen zu grob sind. Nasse Fäden schimmeln innerhalb weniger Stunden. Feuchtigkeit ist also der eigentliche Gegner.
Zum Trocknen reichen zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur. Wer es eilig hat, legt die Fäden für zehn Minuten bei 40 Grad in den Backofen, die Tür einen Spalt offen. Danach kommen sie in ein kleines Schraubglas, dunkel und dicht verschlossen.
Was der Safran-Krokus nach der Ernte braucht
Nach der Blüte schiebt die Pflanze lange, dünne Blätter, und die bleiben bis in den Mai hinein grün. In dieser Zeit sammelt sie Kraft für die nächste Saison. Schneide dieses Laub niemals ab, solange es grün ist.
Ab Juni zieht sich der Safran-Krokus in die Sommerruhe zurück. Jetzt darf die Erde im Topf trocken werden, denn Staunässe lässt die Knollen faulen. Ein warmer, geschützter Platz reicht, mehr braucht es nicht.
Alle drei bis vier Jahre gräbst du die Knollen aus und teilst sie. Die kleinen Tochterknollen kommen mit in die frische Erde und blühen im zweiten Jahr. So wächst dein Safranvorrat von Saison zu Saison.
Zitronengras schneiden: wann ist der letzte Termin?
Cymbopogon citratus aus dem Topf ist nicht winterhart. Bevor die Temperaturen unter 5 Grad fallen, zieht die Pflanze nach drinnen um. Vorher kürzt du alle Halme auf etwa eine Handbreit über dem Topfrand.
Die abgeschnittenen Halme musst du nicht wegwerfen. Die dicken unteren Stücke eignen sich zum Kochen, die zarten Blätter für Tee. Ein paar Stiele stellen sich in einem Glas Wasser auf die Fensterbank und bilden nach einigen Wochen Wurzeln, aus denen im Frühjahr neue Pflanzen werden.
Beim Überwintern mag es das Zitronengras hell und bei 10 bis 15 Grad. Gieße nur wenig, aber lass die Erde nicht ganz austrocknen. Im März schneidest du die trockenen Spitzen noch einmal weg, dann treibt die Pflanze kräftig neu aus.
Safran und Zitronengras brauchen beide im Herbst noch einmal Aufmerksamkeit, nur auf ganz verschiedene Weise. Der eine belohnt dich mit ein paar kostbaren Fäden, der andere mit kräftigem Neuaustrieb im Frühjahr. Eine halbe Stunde an einem trockenen Oktobertag reicht, um beide versorgt zu wissen. Der Rest ist Warten, und das gehört zum Gärtnern ohnehin dazu.
Veröffentlicht am 13. Oktober 2026