Substrat

Bims einsetzen: So viel braucht dein Balkonkübel

Eine Handvoll Bims pro Liter Blumenerde reicht meist. Nimmst du deutlich mehr, gießt du im Hochsommer zweimal täglich.

Bims ist kein Dünger und kein Wundermittel, sondern schlicht gebackene Lava. Das poröse Vulkangestein wiegt fast nichts, saugt Wasser in seine Poren und lässt den Rest sofort ablaufen. In guter Balkonerde steckt es deshalb fast immer drin. Die eigentliche Frage ist, wie viel du brauchst, wie dick eine Drainageschicht ausfallen darf und welche Pflanzen mehr davon vertragen.

Was Bims im Topf tatsächlich macht

Bims entsteht, wenn heißes Magma beim Auswurf schlagartig abkühlt und dabei Gasblasen einschließt. Zurück bleibt ein schaumiges Gestein mit bis zu 85 Prozent Hohlraumanteil. Die Poren saugen Wasser auf und geben es langsam wieder ab, während zwischen den Körnern genug Luft bleibt, dass die Wurzeln atmen können.

Zwei Eigenschaften machen ihn im Balkonkübel wertvoller als Perlite. Er zerdrückt nicht unter dem Gewicht der Erde und schwimmt beim Gießen nicht nach oben. Und weil er nicht verrottet, kannst du ihn im Herbst aus der alten Erde sieben und in der nächsten Saison wiederverwenden.

Ein Nachteil gehört dazu: Bims bringt selbst keine Nährstoffe mit. Wer den Mineralanteil erhöht, muss häufiger düngen, weil die Erde weniger Humus enthält und das Wasser schneller durchläuft.

Wie viel Bims gehört in die Mischung?

Für die meisten Balkonpflanzen landest du bei 10 bis 20 Volumenprozent. Auf einen 10-Liter-Eimer gerechnet ist das etwa eine Handvoll pro Liter Erde. Bei schwerer, torfhaltiger Baumarkterde darf es am oberen Ende sein, bei bereits luftiger Bioerde reicht die untere Grenze.

Wie viel du wirklich brauchst, hängt vom Wurzelwerk ab. Stark zehrende Fruchtgemüse wollen viel Wasser und brauchen trotzdem Luft an den Wurzeln. Mediterrane Kräuter und Sukkulenten stehen dagegen lieber mineralisch als humos.

  • Tomaten, Paprika, Gurken: 15 bis 20 Prozent, hält die Wurzeln bei hohem Wasserbedarf luftig
  • Rosmarin, Thymian, Lavendel: 30 bis 40 Prozent, sie vertragen keine Staunässe
  • Kakteen und Sukkulenten: bis 50 Prozent, der Rest ist Sand und Lava
  • Aussaaten und Jungpflanzen: rund 10 Prozent, feiner Bims bis 3 Millimeter

Bei Aussaaten greifst du zur feinen Körnung, damit die Keimlinge nicht zwischen zu groben Brocken hängen bleiben. Für mehrjährige Kübelpflanzen ist die Körnung von 3 bis 8 Millimetern die beste Wahl.

Bims einsetzen: Wann eine Drainageschicht sinnvoll ist

In Töpfen mit Abzugsloch und einem Durchmesser ab etwa 30 Zentimetern hilft eine Schicht aus grobem Bims am Boden. Sie verhindert, dass feine Erde das Loch zusetzt, und hält groben Schmutz zurück. Zwei bis vier Zentimeter genügen dafür völlig.

In kleinen Gefäßen unter zehn Litern solltest du darauf verzichten. Dort frisst die Drainageschicht wertvollen Wurzelraum, und der Effekt bleibt ohnehin gering. Besser die Erde komplett durchmischen und auf einen Untersetzer achten, aus dem du überschüssiges Wasser nach einer halben Stunde ausschüttest.

Wichtig zu wissen: Eine Drainageschicht ersetzt kein Abzugsloch. Ohne Öffnung sammelt sich das Wasser trotzdem im Topf und staut sich bis in die Wurzeln.

Drei fertige Mischungen für den Balkon

Wer nicht rechnen möchte, kann sich an bewährten Verhältnissen orientieren. Alle Angaben sind Volumenteile, gemessen mit einem Joghurtbecher oder einer Schaufel.

  1. Kräutererde: 3 Teile Kompost, 2 Teile Bims (3 bis 8 Millimeter), 1 Teil Sand. Passt für Thymian, Oregano und Salbei.
  2. Gemüseerde: 4 Teile Kompost, 3 Teile Bims (3 bis 8 Millimeter), 1 Teil reifer Mist. Für Tomaten, Paprika und Chili.
  3. Kakteenmischung: 2 Teile Bims, 2 Teile Lava, 1 Teil Kompost, 1 Teil Sand. Sehr durchlässig für Sukkulenten und Steingartenpflanzen.

Nach dem Anmischen drückst du die Erde nur leicht an. Bleibt das Wasser beim Gießen oben stehen und läuft seitlich weg, fehlt der Feinkornanteil. Rutscht es in Sekunden durch, nimm beim nächsten Mal etwas weniger Bims.

Am Ende ist Bims ein Werkzeug, kein Rezept. Beobachte nach dem ersten Gießen, wie schnell das Wasser durchläuft, und passe die Mischung an deine Pflanzen an. Ein Eimer Bims im Keller reicht für mehrere Saisons, wenn du ihn nach der Ernte grob auswäschst und trocken lagerst. Deine Kübelpflanzen danken es dir mit Wurzeln, die nicht faulen.

Veröffentlicht am 4. November 2026

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