Bastelidee
Dekoobjekt Dachrinnen: Pflanzrinne für den Balkon
Zwei Meter ausrangierte Dachrinne ergeben drei Pflanzzeilen oder einen Rankbogen. Das Werkzeug dafür liegt meist schon im Keller.
Eine ausrangierte Dachrinne kostet im Baumarkt nur ein paar Euro pro Meter und bringt eine Form mit, die sich kaum ersetzen lässt. Sie ist halbrund, stabil und hält Erde, Wasser und Wurzeln ohne Weiteres aus. Ein Dekoobjekt aus Dachrinnen steht deshalb in vielen Balkongärten längst am Geländer, ohne nach Baustelle auszusehen.
Du brauchst dafür keine Werkstatt. Eine Metallsäge, eine Zange, Schleifpapier und zwei Halterungen reichen für den ersten Versuch. Was daraus wird, entscheidet dein Platz: eine schmale Pflanzzeile am Geländer, ein Rankbogen über der Tür oder ein senkrechtes Kräuterregal an der Wand.
Welches Material für ein Dekoobjekt aus Dachrinnen?
Zinkblech ist der Klassiker. Es ist leicht, lässt sich mit einer feinen Säge kürzen und bekommt mit den Jahren eine matte Patina, die gut zu Grün aussieht. Kupfer ist teurer, dunkelt dafür zu einem warmen Braun nach und bleibt über Jahrzehnte formstabil.
Deutlich einfacher zu verarbeiten ist Kunststoff. Du schneidest ihn mit dem Cuttermesser oder einer Bügelsäge, bohrst Löcher ohne Kraftaufwand und musst dir um Rost keine Gedanken machen. Dafür hält er weniger Gewicht aus, wenn du ihn frei spannst.
- Halbrundrinne: die klassische U-Form, ideal für flache Pflanzzeilen
- Kastenrinne: eckig, steht stabiler auf Fensterbänken und Mauern
- Nennweite 100 bis 150 Millimeter: darunter wird es für Wurzeln schnell eng
- Länge: zwei bis drei Meter passen an die meisten Balkongeländer
Die Rinne als Pflanzgefäß in fünf Schritten
Am einfachsten ist die Variante am Geländer. Du schneidest ein Stück auf die gewünschte Länge, setzt an beiden Enden Kappen auf und bohrst in den Boden alle zehn Zentimeter ein Abzugsloch von etwa acht Millimetern. Ohne diese Löcher steht das Wasser nach dem ersten Regenguss bis zum Rand.
- Länge abmessen, mit Kreppband markieren und gerade absägen.
- Schnittkanten entgraten, bei Metall mit Schleifpapier glätten.
- Endkappen aufstecken und mit Silikon abdichten.
- Abzugslöcher in den Boden bohren, etwa alle zehn Zentimeter eines.
- Kies als Drainage einfüllen, Substrat darüber, dann pflanzen.
- Halterungen am Geländer verschrauben und die Rinne einhängen.
Als Drainage reichen zwei Zentimeter Kies oder Blähton. Darüber kommt normales Balkonsubstrat, das du nur leicht andrückst. Achte darauf, dass die Rinne ein paar Millimeter Gefälle zum Abzugsloch hat, damit Regenwasser zügig abläuft.
Rankbogen und Vertikalbeet aus alten Rinnen
Zwei Rinnenstücke lassen sich zu einem Bogen verbinden. Dafür schneidest du in beide Teile Schlitze in die Seitenwände und steckst sie ineinander, bis die Rundung stimmt. Ein dünner Draht zwischen den Enden gibt der Konstruktion Halt, daran finden Lathyrus odoratus und andere Kletterer ihren Weg nach oben.
Noch simpler ist das senkrechte Beet. Du schraubst drei kurze Rinnen waagerecht übereinander an ein Brett oder direkt an die Wand. Jede Etage braucht eigene Abzugslöcher, sonst läuft das Wasser aus der obersten Reihe in die untere und schwemmt dort die Erde aus.
- Rankbogen: braucht zwei gleich lange Stücke und eine feste Wand
- Vertikalbeet: drei bis vier Etagen, Abstand je 30 Zentimeter
- Mobile Variante: kurze Rinne mit zwei Griffen als Kräuterkasten
Welche Pflanzen wachsen in nur zwölf Zentimetern Tiefe?
Eine Rinne ist flach. Deshalb haben es Pflanzen mit tiefen Pfahlwurzeln schwer, Tomaten und Möhren scheiden also aus. Dafür fühlen sich Arten wohl, die ohnehin flach wurzeln und Trockenheit wegstecken.
Gut funktionieren Kräuter wie Thymus vulgaris, Oregano und Schnittlauch. Auch Polsterstauden wie Sempervivum und Sedum halten lange Trockenphasen aus. Wenn du Farbe willst, setze Kapuzinerkresse oder Zwergtagetes dazu, die beide bis zum Frost durchblühen.
Pflanze nicht zu dicht. In einer Zinkrinne von einem Meter Länge haben etwa fünf bis sechs Pflanzen Platz. Bei dichterem Besatz konkurrieren die Wurzeln um das wenige Substrat, und du musst im Hochsommer täglich gießen.
Damit die Rinne mehrere Jahre hält
Der häufigste Schaden ist Frost. Steht im Winter Wasser im Boden, dehnt es sich aus und sprengt das Blech an der schwächsten Stelle. Kippe die Rinne vor dem ersten Frost aus, lockere das Substrat und stelle sie etwas schräg, damit Schmelzwasser ablaufen kann.
Kunststoff verliert mit der Zeit seinen Glanz und wird spröde. Eine Schicht matter Fassadenfarbe auf der Außenseite schützt ihn und gibt deinem Dekoobjekt aus Dachrinnen jedes Frühjahr einen neuen Anstrich. Bei Metall genügt es, Moos und Erde aus den Ecken zu kratzen und die Innenwand dünn mit Zinkfarbe nachzustreichen.
Nach zwei, drei Jahren füllst du das Substrat auf, weil es sich gesetzt hat. Dann sieht deine Rinne nicht mehr nach Baumarkt aus, sondern nach einem Stück Balkon, das gewachsen ist.
Veröffentlicht am 13. Oktober 2026