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Erbsen hat Echter Mehltau: Ursachen und natürliche Hilfe
Ein weißer, mehliger Belag auf deinen Erbsenblättern ist das typische Anzeichen für Echten Mehltau. Wir zeigen dir, wie du Echten Mehltau an Erbsen bekämpfen kannst. Mit natürlichen Methoden, die wirklich wirken.
Was ist Echter Mehltau an Erbsen?
Echter Mehltau an Erbsen wird durch den Pilz Erysiphe pisi verursacht und ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten im Gemüsegarten. Du erkennst ihn an einem weißlichen, mehlartigen Belag auf den Blättern, Stängeln und später auch auf den Hülsen deiner Erbsenpflanzen. Anders als der Falsche Mehltau tritt er vor allem bei trocken-warmer Witterung auf und breitet sich ohne freies Wasser auf den Blättern aus.
Der Pilz dringt mit feinen Saugorganen in die oberen Zellschichten der Pflanze ein und entzieht ihr Nährstoffe. Befallene Blätter vergilben, schrumpfen und sterben schließlich ab. Bei starkem Befall geht das Pflanzenwachstum deutlich zurück und die Ernte fällt spärlich aus oder bleibt ganz aus. Da der Pilz seine Sporen über den Wind verbreitet, kann er sich im Garten schnell von Pflanze zu Pflanze ausbreiten.
Welche Ursachen begünstigen den Echten Mehltau?
Die Hauptursache für den Ausbruch von Echtem Mehltau sind starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht in Kombination mit Trockenheit. Der Pilz gedeiht besonders gut bei warmen Tagestemperaturen über 20 Grad Celsius und kühlen Nächten, wie sie im Frühsommer häufig vorkommen. Auch eine zu stickstoffbetonte Düngung macht die Erbsenpflanzen anfälliger, da sie weiches, schwammiges Gewebe ausbilden.
Ein weiterer begünstigender Faktor ist ein zu dichter Pflanzenbestand, der die Luftzirkulation einschränkt und ein feuchtwarmes Mikroklima zwischen den Pflanzen schafft. Erbsen, die im Schatten oder an windgeschützten Standorten wachsen, sind ebenfalls gefährdeter als Pflanzen an luftigen, sonnigen Plätzen. Auch die Sortenwahl spielt eine entscheidende Rolle, denn es gibt durchaus widerstandsfähigere Sorten.
Welche natürlichen Hausmittel helfen gegen Echten Mehltau?
Das wirksamste natürliche Mittel gegen Echten Mehltau ist eine Milch-Wasser-Mischung im Verhältnis eins zu acht. Die in der Milch enthaltenen Mikroorganismen und Phosphate wirken direkt auf den Pilz und hemmen sein Wachstum. Sprühe die Lösung zweimal wöchentlich auf die befallenen und gefährdeten Pflanzenteile, am besten in den Morgenstunden. Verwende unbehandelte Vollmilch oder besser noch Rohmilch für die beste Wirkung.
Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist Backpulver gemischt mit Rapsöl und Wasser. Löse ein Päckchen Backpulver in zwei Litern Wasser auf und gib 20 Milliliter Rapsöl hinzu. Das enthaltene Natriumhydrogencarbonat verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche so, dass der Pilz nicht mehr wachsen kann. Auch ein Sud aus Ackerschachtelhalm, den du selbst ansetzen kannst, stärkt die Zellwände deiner Erbsen und macht sie widerstandsfähiger gegen Mehltau.
Wie beugst du Echtem Mehltau langfristig vor?
Die beste Vorbeugung ist die Wahl resistenter Erbsensorten. Achte beim Saatgutkauf auf Hinweise wie mehltauresistent oder mehltaufest. Achte zudem auf einen großzügigen Pflanzabstand von mindestens fünf Zentimetern in der Reihe und 30 Zentimetern zwischen den Reihen. So sorgst du für eine gute Durchlüftung des Bestands und reduzierst das Infektionsrisiko erheblich.
Gieße deine Erbsen immer von unten direkt an den Wurzeln und vermeide Überkopfbewässerung. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält die Bodenfeuchtigkeit konstant und beugt Temperaturschwankungen im Wurzelbereich vor. Pflanzenjauchen aus Brennnessel oder Beinwell, alle zwei Wochen als Blattdüngung ausgebracht, stärken das pflanzeneigene Immunsystem zusätzlich.
Kannst du Echten Mehltau auch mit Nützlingen bekämpfen?
Ja, es gibt tatsächlich nützliche Insekten, die Mehltau fressen. Der bekannteste natürliche Gegenspieler ist der Marienkäfer und vor allem seine Larven, die die Pilzsporen von den Blättern abweiden. Auch die Larven bestimmter Schwebfliegenarten und Ohrwürmer betätigen sich als natürliche Putzkolonnen und reduzieren den Mehltaubefall spürbar. Einen insektenfreundlichen Balkongarten mit heimischen Wildblumen anzulegen, fördert diese Nützlinge.
Darüber hinaus hat sich der Einsatz von Gesteinsmehl als vorbeugende Maßnahme bewährt. Das feine Pulver wird auf die Blätter gestäubt und behindert die Keimung der Pilzsporen. Besonders Urgesteinsmehl liefert gleichzeitig wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, die deine Erbsenpflanzen kräftigen.
Wann musst du befallene Pflanzen entfernen?
Wenn trotz aller Maßnahmen mehr als die Hälfte der Pflanze befallen ist und die Blätter bereits absterben, solltest du die gesamte Pflanze entfernen. Ziehe sie mitsamt den Wurzeln aus der Erde und entsorge sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Die Pilzsporen überleben im Kompost und würden im nächsten Jahr erneut deine Pflanzen befallen.
Eine Fruchtfolge von mindestens drei Jahren für Erbsen und andere Hülsenfrüchtler am gleichen Standort verhindert die Anreicherung der Mehltausporen im Boden. Pflanze nach dem Entfernen befallener Erbsen am besten Blattgemüse wie Salat oder Spinat, die nicht von Echtem Mehltau befallen werden.
Echter Mehltau muss für deine Erbsen kein Drama bedeuten. Mit frühzeitigem Erkennen, konsequentem Handeln und den richtigen natürlichen Mitteln hältst du den Pilz in Schach und kannst trotzdem eine schöne Ernte einfahren.
Veröffentlicht am 7. Juni 2026