DIY Vermehrung

Glücksfeder vermehren: So gelingt's mit Stecklingen

Eine einzige Glücksfeder kann viele neue Pflanzen hervorbringen. Mit der richtigen Technik klappt die Bewurzelung von Blatt- oder Triebstecklingen ganz einfach.

Die Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) ist eine der dankbarsten Zimmerpflanzen. Sie verzeiht Trockenheit und Schatten, und auch beim Vermehren zeigt sie sich erstaunlich kooperativ. Aus einem einzigen Blatt oder einem kurzen Triebstück kannst du innerhalb weniger Monate eine neue Pflanze ziehen. Der ganze Prozess erfordert wenig Aufwand und fast keine Spezialausrüstung. Mit den folgenden Kniffen gelingt die Bewurzelung nahezu von selbst.

Blatt- oder Triebsteckling: Welche Methode passt zu dir?

Bei der Glücksfeder gibt es zwei einfache Wege: Du kannst einzelne Blattfiedern abschneiden oder einen längeren Trieb mit mehreren Blättern nutzen. Beide Varianten funktionieren, unterscheiden sich aber in Tempo und Aufwand. Blattstecklinge sind ideal, wenn du viele neue Pflanzen auf einmal gewinnen möchtest. Sie brauchen allerdings etwas länger, bis sich ein Rhizom und erste neue Triebe bilden.

Triebstecklinge hingegen bringen einen deutlichen Zeitvorteil. Du schneidest einfach ein gesundes, etwa 10 bis 15 Zentimeter langes Stängelstück unterhalb eines Blattknotens ab und steckst es in Anzuchterde. Dieses treibt oft schon nach wenigen Wochen aus. Die Erfolgsquote ist hoch, und du erhältst schneller eine ansehnliche Jungpflanze.

Blattstecklinge bewurzeln: Schritt für Schritt

Trenne mit einem sauberen, scharfen Messer ein gesundes, kräftiges Blatt direkt an der Basis ab. Lasse die Schnittstelle ein paar Stunden antrocknen, um Fäulnis vorzubeugen. Anschließend steckst du das Blatt etwa zwei Zentimeter tief in ein lockeres Substrat. Eine Mischung aus Anzuchterde und Sand oder Perlit sorgt für die nötige Luftdurchlässigkeit. Gieße vorsichtig an und halte das Substrat in den folgenden Wochen gleichmäßig leicht feucht, aber nicht nass.

Stelle das Gefäß hell, aber ohne direkte Sonne auf. Temperaturen um 22 bis 25 Grad fördern die Wurzelbildung. Nun heißt es abwarten: Es kann bis zu zehn Wochen dauern, bis sich an der Basis ein kleines Rhizom und erste Wurzeln zeigen. Ein durchsichtiger Plastikbeutel oder eine Kuppel hilft, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist aber bei der robusten Glücksfeder meist nicht nötig. Sobald du ein neues, kleines Blättchen aus der Erde sprießen siehst, ist der kritischste Teil geschafft.

Triebstecklinge: Der schnellere Weg

Für Triebstecklinge wählst du einen kräftigen, mindestens 10 Zentimeter langen Stängel mit mehreren Blättern aus. Schneide ihn kurz unterhalb eines Knotens ab und entferne die unteren zwei bis drei Blätter. So entsteht ein sauberer Wundbereich, aus dem sich später Wurzeln bilden. Auch hier gilt: Schnittfläche kurz antrocknen lassen. Dann steckst du den Trieb etwa fünf Zentimeter tief in die gleiche lockere Substratmischung.

Drücke die Erde leicht an und gieße sparsam. Der Steckling braucht jetzt vor allem Wärme und indirektes Licht. Ein zu nasses Substrat ist der häufigste Stolperstein und führt zu Fäulnis am Stängelgrund. Gieße daher erst wieder, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Nach ungefähr vier bis sechs Wochen kannst du mit den ersten Wurzelspitzen rechnen; die Pflanze treibt dann bald oberirdisch neu aus.

Pflege in der Bewurzelungsphase

In den ersten Wochen darfst du das Substrat keinesfalls dauerhaft nass halten. Die Glücksfeder speichert Feuchtigkeit in ihren Blättern und Rhizomen und reagiert empfindlich auf Staunässe. Gieße lieber seltener, dafür aber durchdringend, wenn sich die Erde trocken anfühlt. Einmal pro Woche reicht meist völlig aus. Zusätzliche Düngergaben sind in dieser Zeit nicht nötig und können die zarten Wurzeln sogar schädigen.

Direkte Mittagssonne solltest du vermeiden, aber ein heller Platz ohne Zugluft bringt die Bewurzelung ordentlich voran. Sollten sich trotz aller Vorsicht gelbe Blätter zeigen, ist das oft ein Zeichen für zu viel Nässe. Reduziere dann das Gießen und lasse das Substrat oberflächlich abtrocknen. Mit etwas Geduld erholen sich die Stecklinge in der Regel von selbst.

Typische Stolperfallen und wie du sie umgehst

Der häufigste Fehler ist übermäßiges Gießen. Viele Hobbygärtner meinen es zu gut, doch die Glücksfeder braucht in der Anwachsphase trockene Phasen. Ein weiteres Problem sind zu kalte Standorte: Temperaturen unter 18 Grad bremsen das Wurzelwachstum drastisch. Stelle deine Stecklinge also nicht ins kühle Treppenhaus oder auf einen zugigen Fensterplatz. Verwende stattdessen einen Platz über der Heizung oder eine beheizbare Anzuchtmatte.

Auch falsches Substrat kann die Geduld auf die Probe stellen. Schwere, lehmige Erde speichert zu viel Wasser und verdichtet sich schnell. Lockere Anzuchterde mit hohem Sand- oder Perlitanteil ist die beste Wahl. Ein zu tiefes Einstecken der Blätter führt ebenfalls oft zu Fäulnis; zwei Zentimeter genügen. Wenn du diese Punkte beachtest, stehen die Chancen auf mehrere neue Glücksfedern sehr gut.

Sobald die Jungpflanzen kräftige Wurzeln gebildet haben und sichtbar austreiben, können sie in normale Blumenerde umziehen. Ein Topf mit Abzugsloch und durchlässiger Erde ist dann alles, was die Glücksfeder für ein langes Leben braucht. Von einem einzigen Mutterblatt oder Triebstück hast du so eine handfeste, widerstandsfähige Pflanze gewonnen, ganz ohne komplizierte Technik.

Veröffentlicht am 18. Juni 2026

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