Krankheiten
Olive mit Gummifluss? Die 5 häufigsten Krankheiten
Klebrige Harztropfen am Stamm sind das erste Warnzeichen für Gummifluss. Fünf Krankheiten treffen Oliven im Kübel besonders oft, nasse Winter und staunasse Töpfe machen es ihnen leicht.
Klebrige Harztropfen am Stamm, braune Flecken auf den Blättern, schlaff hängende Triebe: Im Kübel zeigt die Olive Krankheiten oft deutlicher als im Beet. Gummifluss ist die häufigste davon, aber nicht die einzige, die im Topf zuschlägt. Diese fünf Krankheitsbilder solltest du kennen, denn früh erkannt lässt sich fast jede davon bremsen.
Was steckt hinter Gummifluss an der Olive?
Gummifluss erkennst du an klebrigen, bernsteinfarbenen Tropfen, die aus der Rinde austreten. Sie sammeln sich an Stamm und Hauptästen, oft dort, wo die Rinde kleine Risse hat. Später verfärbt sich die Stelle dunkel, das Gewebe darunter stirbt ab und die Blätter darüber werden gelb.
Meist beginnt es mit einer Wunde, etwa durch Schnitt, Frost oder eine Druckstelle vom Topfrand. Danach siedeln sich Bakterien wie Pseudomonas savastanoi oder Pilze der Gattung Phytophthora an. Staunasse Erde und ein Winter direkt an der Hauswand machen es ihnen leicht.
- klebrige Tropfen an Stamm und Hauptästen
- aufreißende, dunkel verfärbte Rinde
- gelbe Blätter über der Schadstelle
Schneide befallene Rinde bis ins gesunde, helle Holz aus und desinfiziere die Schere danach. Ein Topf mit großer Drainage und ein trockenerer Winterstandort sind die beste Vorbeugung.
Warum bekommt deine Olive Knöllchen an den Zweigen?
Kleine, harte Auswüchse an Zweigen und Blattnarben sind typisch für die Olivenknöllchenkrankheit. Bei starkem Befall verdicken die Triebe und wachsen krumm, weil das Bakterium das Gewebe zu unkontrolliertem Wachstum anregt.
Verursacher ist Pseudomonas savastanoi, das über Wunden in die Pflanze gelangt. Regen und Spritzwasser verteilen es weiter. Auf dem Balkon reicht eine Verletzung beim Rückschnitt oder ein umgekippter Topf im Wind.
Die Knöllchen lösen sich nicht wieder auf. Schneide betroffene Zweige weit ins gesunde Holz zurück, desinfiziere die Schere nach jedem Schnitt und gieße nur die Erde, nicht das Laub.
Was bedeuten die Flecken auf den Olivenblättern?
Runde, graubraune Flecken mit hellem Zentrum und gelbem Rand sehen aus wie kleine Augen. Später vergilbt das ganze Blatt und fällt ab. Bei starkem Befall steht die Olive im Sommer deutlich lichter da als im Frühjahr.
Dahinter steckt der Pilz Spilocaea oleagina, der feuchte, kühle Phasen liebt. Dichter Blattwuchs und Wasser auf den Blättern sind sein Einfallstor. Wer nach jedem Gießen die ganze Krone besprüht, lädt die Flecken geradezu ein.
Lichte die Krone aus, damit Luft durchkommt, und entferne befallenes Laub. Gieße morgens direkt in den Topf, damit die Blätter bis zum Abend trocken sind. Mehr Vorbeugung braucht es meist nicht.
Wie gefährlich ist die Verticillium-Welke?
Bei der Verticillium-Welke welken einzelne Triebe, obwohl die Erde feucht ist. Die Blätter hängen schlaff, vergilben von unten und trocknen ein. Oft ist nur eine Seite der Pflanze betroffen, während die andere gesund aussieht.
Der Bodenpilz Verticillium dahliae wandert über die Wurzeln in die Leitungsbahnen und verstopft den Wassertransport. Die Olive verdurstet also bei nassem Substrat. Einmal stark befallen, erholt sie sich nur selten.
Es hilft nur, befallene Triebe zu entfernen und die Erde komplett auszutauschen. Den Topf wäschst du heiß aus, bevor neue Erde hineinkommt. Dünge außerdem sparsam mit Stickstoff, denn Übertreibung macht die Pflanze anfälliger.
Warum wird deine Olive plötzlich schwarz?
Ein schwarzer, rußiger Belag auf Blättern und jungen Trieben ist kein Pilz, der die Olive aussaugt, sondern ein Zeichen für Besuch. Rußtau wächst auf Honigtau, dem klebrigen Zuckerwasser von Schildläusen und Blattläusen. Er schadet nur indirekt, weil er den Blättern Licht nimmt.
Du erkennst den Zusammenhang daran, dass die Blätter unter dem Ruß klebrig sind. Sitzen an den Zweigen kleine braune Schilde, hast du die Verursacher gefunden. In warmen, trockenen Sommern vermehren sie sich im Kübel schnell, wenn die Krone dicht steht.
Wasche Honigtau und Belag mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch ab. Bürste die Schildläuse von den Zweigen und lichte die Pflanze aus. Ohne die Sauger verschwindet der Rußtau meist von selbst.
Vieles an der Olive lässt sich im Topf über Gießen und Luft steuern: trockene Blätter, eine lockere Krone, ein Substrat, das zwischen den Wassergaben abtrocknet. Entfernst du kranke Zweige sofort und desinfizierst die Schere, gibst du den Erregern kaum eine Chance. Ein Blick auf Stamm und Blattunterseiten lohnt sich deshalb mindestens so sehr wie der Griff zur Gießkanne.
Veröffentlicht am 15. Oktober 2026