Überwinterung
Pepino und Süßkartoffel einlagern: Die sichersten Wege
Aus den Anden kennen beide keinen Frost, und genau der macht ihnen auf dem Balkon den Garaus. Fünf Wege retten Knollen und Triebe über den Winter.
Pepino und Süßkartoffel stammen aus den Anden. Dort werden die Nächte kühl, aber niemals frostig, und genau daran scheitern beide auf dem Balkon. Ein einziger kalter Morgen genügt, und die Triebe sind glasig. Wer Pepino und Süßkartoffel einlagern will, muss handeln, solange die Blätter noch grün sind.
Warum Pepino und Süßkartoffel Frost nicht verzeihen
Die Pepino, botanisch Solanum muricatum, ist ein weicher Strauch mit saftigen Trieben. Sie kennt keine Knospenruhe und besitzt keinen echten Frostschutz. Sinkt die Temperatur unter null Grad, gefriert das Wasser in den Zellen, und die Pflanze zerfällt binnen Stunden zu Matsch. Schon ein kurzer Bodenfrost reicht dafür aus.
Die Süßkartoffel, Ipomoea batatas, verliert bei leichtem Frost zuerst ihr Laub. Der eigentliche Schaden sitzt jedoch in den Knollen: Bereits eine Nacht unter 10 Grad macht sie glasig, und sie faulen beim Lagern von innen heraus. Frostschutz ist für beide also keine Frage des Ob, sondern des Wann.
Wann sollte man Pepino und Süßkartoffel einlagern?
Der richtige Zeitpunkt liegt nicht im November. Beide Pflanzen brauchen rund drei Wochen Vorlauf, bevor die erste kalte Nacht kommt. In den meisten Balkonlagen ist das zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Wer bis zum ersten Frost wartet, rettet oft nur noch halb erfrorenes Material.
Als Faustregel gilt: Sobald die Nächte dauerhaft unter 12 Grad fallen, beginnt die Rettung. Ein Blick auf die Wettervorhersage für die kommenden zehn Tage genügt. Leichte Minusgrade kündigen sich fast immer vorher an.
- Eine Woche vorher das Gießen deutlich reduzieren
- Die kräftigsten Triebe markieren, nicht die längsten
- Knollen erst ernten, wenn das Laub welkt
- Messer, Gläser und Töpfe bereitlegen
Platz 1: Stecklinge schneiden und bewurzeln
Die sicherste Methode für beide Pflanzen ist die Vermehrung über Stecklinge. Bei der Pepino schneidest du 10 bis 15 Zentimeter lange, unverholzte Triebspitzen ab. Bei der Süßkartoffel funktionieren die jungen Ranken genauso gut. Beide bewurzeln zuverlässig in einem Glas Wasser auf der Fensterbank.
Nach zwei bis drei Wochen zeigen sich feine Wurzeln, dann wandern die Stecklinge in kleine Töpfe mit lockerer Erde. Über den Winter stehen sie hell und bei etwa 15 Grad. So startest du im Frühjahr mit kräftigen Jungpflanzen, während die alten Kübel längst leer sind.
Platz 2: Süßkartoffel-Knollen in Sand einlagern
Geerntete Knollen halten sich am besten in leicht feuchtem Sand. Eine Kiste mit Sand, die Knollen ohne Berührung nebeneinander gelegt und eine dünne Schicht darüber. Wichtig ist ein dunkler Platz mit 12 bis 15 Grad, also ein kühler Kellerraum oder ein ungeheiztes Zimmer.
Kälter darf es nicht werden, sonst nehmen die Knollen Schaden. Über 18 Grad beginnen sie dagegen zu treiben. Kontrolliere die Kiste alle zwei Wochen und sortiere weiche oder schimmelige Knollen sofort aus, damit sie die gesunden nicht anstecken.
Platz 3: Knollen in Zeitungspapier wickeln
Wer keinen Sand zur Hand hat, schlägt die Knollen einzeln in Zeitungspapier ein und legt sie in einen Karton. Zwischen jede Lage kommt eine Schicht Papier. Diese Methode ist platzsparend und funktioniert bei kleinen Ernten überraschend gut.
Der Nachteil: Papier isoliert schlecht gegen Temperaturschwankungen. Ein frostiges Kellerfenster oder ein kalter Balkonschrank ruiniert die ganze Kiste. Prüfe den Lagerort deshalb mit einem Thermometer, bevor du einlagerst.
Platz 4: Das ganze Pepino im Topf überwintern
Die Pepino lässt sich als komplette Pflanze überwintern, wenn sie im Kübel steht. Kürze die Triebe um ein Drittel, stell den Topf hell und kühl bei etwa 12 Grad und gieße nur so viel, dass die Erde nicht völlig austrocknet. Ein Treppenhaus oder ein unbeheiztes Schlafzimmer reicht dafür aus.
Bequem ist das, riskant aber auch. In beheizten Räumen trocknet die Luft die Pflanze aus, bei zu wenig Licht wirft sie alle Blätter ab. Zudem schleppen sich Blattläuse und Mehltau gern über den Winter. Als Ergänzung zu Stecklingen bleibt die Methode trotzdem sinnvoll.
Platz 5: Ernten, was noch reif ist
Manchmal bleibt keine Zeit mehr. Dann rettest du wenigstens die Früchte. Pepino-Früchte reifen in der Wohnung bei Zimmertemperatur nach, besonders wenn sie schon einen leichten Gelbton zeigen. Grüne Früchte schmecken fade, werden aber mit der Zeit noch weich und süß.
Die Blätter der Süßkartoffel kannst du wie Spinat verwenden, solange sie frisch sind. Ist die Pflanze einmal erfroren, wandert sie auf den Kompost. Aus geretteten Stecklingen und Knollen baust du im nächsten Jahr neu auf.
Wer rechtzeitig Stecklinge schneidet und die Knollen kühl, aber frostfrei lagert, verliert im Winter nichts. Die Methoden lassen sich gut kombinieren, und genau das macht sie so robust. Ein paar Töpfe auf der Fensterbank bringen dich sicher durch die kalte Jahreszeit.
Veröffentlicht am 24. Oktober 2026