Winter-Tipp

Pepino überwintern: So gelingt's

Die Pepino ist zu schade zum Wegwerfen! Mit dem richtigen Winterquartier und simplen Tricks übersteht die süße Tropenfrucht die Kälte. Erfahre, wie du sie sicher überwinterst.

Jedes Jahr im Herbst dieselbe Frage: Wohin mit der Pepino? Die süße Melonenbirne hat sich auf deinem Balkon prächtig entwickelt, aber Frost verträgt sie überhaupt nicht. Keine Sorge - mit ein bisschen Vorbereitung und dem richtigen Winterplatz übersteht sie auch die kalten Monate problemlos. Meine erste Pepino habe ich damals einfach im unbeheizten Treppenhaus stehen lassen, ohne groß nachzudenken. Sie hat es geschafft, aber heute weiß ich: Mit ein paar gezielten Handgriffen geht’s noch besser.

Warum deine Pepino keinen Frost verträgt

Die Pepino (Solanum muricatum) stammt ursprünglich aus den Anden Südamerikas. Dort wächst sie in Höhenlagen mit milden Temperaturen, aber niemals mit Frost. Schon Temperaturen unter 5 Grad Celsius schädigen die Blätter dauerhaft. Bei leichtem Minus stirbt die gesamte Pflanze innerhalb einer Nacht ab. Deshalb heißt die Devise: rechtzeitig reinholen, nicht erst wenn der erste Nachtfrost im Kalender steht.

Du erkennst eine gefährdete Pepino an gelben, weich werdenden Blättern. Ein luftiger, aber frostfreier Platz ist dann überlebenswichtig. Perfekt ist ein Vlies oder ein kurzer Umzug ins Treppenhaus für kühle Nächte, bevor du das endgültige Winterquartier beziehst. Meine Schwester hat ihre Pepino mal bis November draußen gelassen - die braunen Triebe waren später kaum noch zu retten. Also lieber etwas früher handeln.

Hell oder dunkel überwintern - was ist besser?

Bei der Pepino hast du tatsächlich die Wahl: Du kannst sie hell oder dunkel überwintern, beides funktioniert. Wichtig ist nur, dass die Temperaturen im Winterquartier zwischen 5 und 10 Grad liegen. Ein heller, kühler Raum wie ein unbeheiztes Gästezimmer oder ein Wintergarten ist ideal. Dort behält sie ihre Blätter, treibt vielleicht sogar leicht weiter - dann musst du nur sehr sparsam gießen.

Hast du nur einen dunklen Keller oder eine Garage, ist das auch okay. Allerdings wirft die Pflanze dann alle Blätter ab und fällt in eine Art Ruhemodus. Das sieht dramatisch aus, ist aber völlig normal. Im Dunkeln darfst du fast gar nicht mehr gießen, nur alle paar Wochen einen winzigen Schluck, damit der Wurzelballen nicht völlig austrocknet. Meine Nachbarin überwintert ihre Pepino seit Jahren dunkel und jedes Frühjahr treibt sie zuverlässig wieder aus.

Schritt für Schritt: So bereitest du die Pepino aufs Winterquartier vor

  1. Rückschnitt: Schneide die Triebe um etwa ein Drittel bis die Hälfte zurück. So verringerst du die Verdunstung und die Pflanze nimmt weniger Platz weg.
  2. Blattkontrolle: Entferne alle gelben, kranken oder von Schädlingen befallenen Blätter. Kontrolliere besonders auf Blattläuse und Spinnmilben - die schleppst du sonst mit ins Winterlager.
  3. Topf säubern: Nimm den Topf vorsichtig ab, schüttle alte Erde ab und entferne abgestorbene Wurzeln. Setz die Pflanze in frische, durchlässige Erde und einen sauberen Topf.
  4. Gelbe Schalen aufstellen: Gegen Trauermücken hilft eine Gelbtafel, die du direkt in den Topf steckst.

Letzter Check: Ist die Pflanze noch feucht? Bei Nässe droht Fäulnis. Gieße sie vor dem Umzug nur noch, wenn die Erde wirklich trocken ist. Dann ab ins Winterquartier.

Pflege während der Wintermonate

Im Winter reicht maximal ein halbes Gießen pro Monat - wirklich sparsam. Fühle vorher mit dem Finger, ob die Erde unten noch feucht ist. Stehendes Wasser im Untersetzer ist tabu. Gedüngt wird in der Ruhephase gar nicht, die Pflanze braucht jetzt keine Nährstoffe.

Schau alle paar Wochen kurz nach dem Rechten. Besonders im Warmen (über 15 Grad) können sich Blattläuse explosionsartig vermehren. Entdeckst du kleine Tierchen, hilft ein scharfes Abduschen der Blätter mit kalten Wasserstrahlen oder ein Neem-Präparat. Lüfte das Winterquartier regelmäßig, aber achte auf Zugluft.

Sanftes Aufwachen: So holst du die Pepino im Frühjahr aus der Winterruhe

Ab März wird’s Zeit für den Umzug. Stell die Pepino nicht gleich in die pralle Sonne, sondern gewöhne sie langsam um. Ein schattiger Platz auf der Fensterbank oder im Freien unter einem Vordach ist perfekt. Erhöhe die Wassergaben langsam, sobald du die ersten neuen Triebe siehst. Jetzt beginnt auch die Düngephase: alle zwei Wochen mit Flüssigdünger für Fruchtgemüse - und schon bald wirst du die ersten Blüten sehen.

Wenn du die Pflanze im Keller dunkel überwintert hast, warte gespannt: Aus den scheinbar kahlen Stängeln brechen nach ein bis zwei Wochen frische Knospen. Es ist jedes Mal ein kleines Wunder. Und keine Sorge: Die Pepino wird im Frühjahr genauso kräftig und fruchtig wie im Jahr zuvor.

Überwintern klingt vielleicht nach Aufwand, aber eigentlich ist es ganz easy. Im schlimmsten Fall verliert deine Pepino ein paar Blätter und schlummert vor sich hin, im besten Fall bewahrst du eine mehrjährige Pflanze, die jedes Jahr üppiger wird und süßere Früchte trägt. Probier es einfach aus - den grünen Daumen kriegst du mit der Zeit.

Veröffentlicht am 12. Juli 2026

Fakt des Tages

Wusstest du…?!

Die Wassermelone ist botanisch ein Gemüse – sie gehört zur Familie der Kürbisgewächse.

GARTEN-POST
NEWSLETTER

Melde dich für wöchentliche Tripps & Tricks rund um deinen Balkon an!