Upcycling-Idee

Pflanzwand aus Paletten: So bepflanzt du sie mit Farnen

Eine Pflanzwand aus Paletten bringt üppiges Grün auf deinen Balkon und ist einfacher gebaut, als du denkst. Mit alten Paletten und zierlichen Farnen schaffst du dir dein eigenes kleines Naturparadies.

Eine grüne Wand auf dem Balkon, die nicht nur gut aussieht, sondern auch kaum Platz wegnimmt? Eine Pflanzwand aus Paletten mit Mini-Farnen macht's möglich. Als ich das erste Mal so ein Projekt gestartet habe, war ich unsicher, ob die filigranen Farne in der Vertikalen wirklich gedeihen. Aber glaub mir: Mit ein paar einfachen Tricks wachsen sie dir fast von allein. In diesem Ratgeber zeige ich dir, wie du deine eigene Paletten-Farnwand baust und worauf du bei der Pflege achten musst.

Welche Mini-Farne eignen sich für die Palettenwand?

Damit deine Wand auf Dauer schön grün bleibt, lohnt es sich, auf wirklich kompakte Arten zu setzen. Minifarne wachsen von Natur aus auf Felsen oder Baumstämmen, also an kargen, vertikalen Standorten - perfekt für deine Palette. Besonders bewährt haben sich der Koreanische Schildfarn (Polystichum tsus-simense), die zierliche Hirschzunge (Asplenium scolopendrium 'Cristata') und der pfiffige Hasenfußfarn (Davallia mariesii). Alle drei bleiben handlich, bilden dichte Polster und verzeihen auch mal eine kleine Trockenperiode. Schau im Gartencenter nach kleinen Töpfen in der Sorte 'Fernwood' oder 'Fluffy Ruffles', die extra für vertikale Bepflanzung gezüchtet wurden.

Entscheidend ist nicht nur die Größe, sondern auch der Wuchscharakter. Farne mit kurzen Rhizomen bleiben schön in ihrer Nische und überwuchern nicht die Nachbarn. Achte beim Kauf auf kräftige, satte Wedel ohne braune Spitzen - das verrät dir, ob die Pflanze schon Stress hinter sich hat. Ich habe anfangs einfach irgendeinen Schwertfarn genommen, aber der wurde so breit, dass er die ganze Palette dominierte. Seitdem setze ich lieber auf echte Minifarne, die auch nach zwei Jahren noch nicht alles zuwuchern.

Lichttechnisch sind die kleinen Grünpelze erstaunlich flexibel. Die meisten kommen mit einem hellen bis halbschattigen Platz wunderbar zurecht, volle Mittagssonne vermeidest du aber besser. Gerade auf einem Nordbalkon oder an einer Ostwand zeigen Mini-Farne, was in ihnen steckt. Kombiniere ruhig Arten mit unterschiedlichen Blattstrukturen, zum Beispiel den fein gefiederten Streifenfarn (Asplenium trichomanes) mit dem fast ledrigen Tüpfelfarn (Polypodium vulgare). Das gibt deiner Palettenwand einen natürlichen, wilden Look, ohne dass du ständig nachschneiden musst.

Die richtige Palette finden und vorbereiten

Greif am besten zu einer unbehandelten Europalette aus Holz, die du oft günstig auf Kleinanzeigen oder beim Baumarkt um die Ecke bekommst. Ein wichtiger Hinweis: Achte auf den HT- oder KD-Stempel - das heißt hitzebehandelt oder ofengetrocknet und garantiert, dass keine chemischen Holzschutzmittel drinstecken. Wenn du ganz auf Nummer sicher gehen willst, fragst du beim Abholer nach der Herkunft, aber die meisten Paletten für den Transport sind unbedenklich. Eine gebrauchte Palette mit Gebrauchsspuren sieht ohnehin viel charmanter aus und gibt der Farnwand sofort Charakter.

Bevor es ans Bepflanzen geht, schleifst du lose Holzsplitter ab und bürstest die Oberflächen gründlich mit einer weichen Bürste. Feine Holzwolle oder alte Erde in den Ritzen solltest du entfernen, damit später kein Schimmel entsteht. Meine erste Palette hatte noch Reste von Transportklebeband - das habe ich mit Spülwasser und einem Spachtel gelöst, bis das Holz sauber war. Lass die Palette danach ein bis zwei Tage an einem luftigen Platz trocknen, gerade wenn du sie nass abgewaschen hast. So verhinderst du, dass sich die Feuchtigkeit später in die Rückwand zieht und ungewollte Pilze anlockt.

Für die eigentliche Pflanzfläche brauchst du jetzt eine wasserdichte, aber flexible Rückwand. Eine preiswerte Lösung ist ein Stück Teichfolie, das du mit einem Tacker auf der Rückseite und den Seiten der Palette befestigst. Alternativ tut es auch ein robuster Jutesack oder ein atmungsaktives Landschaftsvlies, das du doppelt legst. Wichtig ist, dass die offenen Zwischenräume der Palette nach hinten dicht sind, damit später keine Erde herausrieselt. Vorne und oben lässt du die Zwischenräume frei - da kommen später deine Farne hinein.

Pflanzwand Schritt für Schritt aufbauen

Jetzt wird's handfest: Deine vorbereitete Palette legst du am besten flach auf zwei Böcke, so kannst du bequem von oben arbeiten. Im ersten Schritt füllst du alle Zwischenräume und die Vorderseite komplett mit hochwertiger Zimmerpflanzenerde auf, die gut Wasser speichert, aber nicht vernässt. Ich mische immer etwas Perlite oder Orchideensubstrat unter, damit die Wurzeln auch in der Vertikalen ausreichend Luft bekommen. Drück die Erde nur leicht an - zu fest und das Regenwasser läuft später über die Oberfläche ab, ohne einzudringen.

  • Rückseite und Seiten mit Teichfolie abdichten.
  • Palette flach legen und alle Zwischenräume mit lockerer Erde befüllen.
  • Obere und mittlere Pflanzlöcher mit Moos oder Kokosfasermatten auskleiden, um Ausspülung zu verhindern.
  • Farne vorsichtig aus den Töpfen lösen und horizontal in die Öffnungen setzen.
  • Zwischenräume mit Erde auffüllen und nur leicht andrücken.
  • Palette langsam aufrichten und am endgültigen Platz fixieren.
  • Erst danach gründlich angießen, damit sich die Erde setzt.

Klingt nach vielen Handgriffen, aber keine Sorge: Nach der zweiten Öffnung hast du den Dreh raus. Entscheidend ist, dass du die Pflänzchen nicht zu tief setzt - der Wurzelhals sollte auch in der Schräge leicht über dem Substrat liegen. Bei meinem ersten Versuch hatte ich die Farne zu weit reingedrückt und sie faulten unten. Heute klemme ich die Ballen nur behutsam ein und polstere mit etwas feuchtem Sphagnum-Moos aus, bevor ich Erde nachfülle. Das gibt den Wurzeln einen sanften Start.

Sobald die Palette aufrecht steht, kontrollierst du, ob die Pflanzen fest sitzen. Kleinere Erdbrocken, die herausfallen, kehrst du einfach wieder in die Ritzen. Jetzt heißt es: Geduld. In den ersten drei Wochen wachsen die Farne kaum sichtbar, weil sie erst neue Wurzeln ins Substrat schieben. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Stell die Wand an ihren endgültigen Platz und gieße in dieser Zeit nur sparsam - Staunässe ist der größte Feind einer frischen Vertikalbepflanzung.

Die Farnwand richtig pflegen

Einmal etabliert, ist die Palettenwand ausgesprochen pflegeleicht. Deine Mini-Farne brauchen nicht viel Dünger; eine monatliche Gabe von flüssigem Grünpflanzendünger in halber Konzentration reicht von April bis September völlig aus. Im Winter stellst du die Nährstoffzufuhr komplett ein. Wichtiger ist das Luftklima: Da Farne aus feuchten Wäldern stammen, freuen sie sich über gelegentliches Besprühen mit kalkarmem Wasser, vor allem an heißen Tagen oder in der Heizperiode. Trotzdem solltest du die Wedel nicht ständig nass halten, sonst laden sich Pilzkrankheiten ein - einmal täglich ein sanfter Nebel ist ideal.

Beim Gießen achtest du darauf, dass der Wurzelballen nie völlig austrocknet, aber auch nicht dauerhaft im Wasser steht. Eine einfache Kontrolle: Steck den Finger in eine der oberen Pflanzöffnungen. Fühlt sich die Erde in zwei Zentimetern Tiefe noch kühl und feucht an, kannst du getrost noch einen Tag warten. Ich gieße meine Farnwand im Sommer etwa zweimal pro Woche durchdringend, im Winter reicht ein Mal alle zehn Tage. Falls dir das manuelle Gießen lästig wird, hilft ein Tropfschlauch-Set aus dem Baumarkt, das du unauffällig hinter der Palette verlegen kannst.

Mit zunehmendem Alter wirst du erleben, wie sich die Farne in der Wand regelrecht einrichten. Manche Arten bilden Ausläufer und besiedeln Nachbarfächer von selbst, andere bleiben brav an ihrem Platz. Abgestorbene oder vergilbte Wedel schneidest du direkt am Rhizom ab, das hält die Optik frisch und lenkt die Kraft in neue Triebe. Meine Paletten-Farnwand steht jetzt im dritten Jahr und ich bin immer noch begeistert, wie lebendig sie den Balkon macht. Mit einer Tasse Tee daneben zu sitzen und das sanfte Rascheln der Wedel im Wind zu beobachten - das ist für mich echtes Balkonglück.

Veröffentlicht am 5. Juni 2026

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