Schädlinge

Apfelwickler an der Säulenkirsche: 5 wirksame Tricks

Eine Made pro Frucht reicht, und die halbe Ernte ist dahin. Fünf Handgriffe halten den Falter von deiner Säulenkirsche fern.

Eine Säulenkirsche (Prunus avium) bringt auf einem Quadratmeter Platz unter, wofür du sonst eine ganze Baumkrone bräuchtest. Genau diese Dichte macht sie für den Apfelwickler interessant: Früchte, Blätter und Rindenritzen liegen dicht beieinander, der Falter muss kaum suchen. Mit fünf Maßnahmen hältst du den Befall so klein, dass am Ende genug saubere Kirschen für eine Schüssel übrig bleiben.

Der Apfelwickler (Cydia pomonella) überwintert als Raupe in Rindenritzen, in der obersten Erdschicht oder in alten Fruchtmumien. Sobald es warm genug ist, schlüpfen die Falter, und die Weibchen legen ihre Eier einzeln an junge Früchte. Nach einigen Tagen frisst sich die Made ins Innere, meist am Stielansatz. Von außen siehst du lange nur ein winziges Loch und etwas Krümelkot.

Platz 1: Setz einen Leimring an den Stamm

Der Leimring stoppt die flügellosen Weibchen, die vom Boden aus am Stamm hochklettern. Bei einer Säulenkirsche ist der Stamm kurz und dünn, deshalb reicht ein schmaler Ring völlig aus. Bring ihn Anfang April an, deutlich vor der Blüte, und lass ihn bis Ende Juli sitzen.

Kontrolliere den Ring alle zwei Wochen. Blätter, Rindenstücke oder aufgewirbelte Erde können eine Brücke bilden, über die die Tiere einfach hinwegspazieren. Bei Kübelpflanzen lohnt zusätzlich ein Blick auf den Topfrand, denn manche Raupen überwintern direkt im Substrat.

Platz 2: Lock die Falter mit Pheromonfallen weg

Die Falle enthält einen Duftstoff, der dem Lockstoff der Weibchen ähnelt. Männliche Falter fliegen ihn an und bleiben auf der Klebefläche hängen. Ohne Männchen gibt es weniger Paarungen, und das senkt die Zahl der Maden in deinen Früchten spürbar.

Für eine Säulenkirsche genügen zwei Fallen: eine in Kronenmitte, eine etwa eine Handbreit höher. Häng sie Mitte Mai auf, wenn die ersten Falter unterwegs sind.

  • Klebefläche alle zwei Wochen prüfen und bei Bedarf tauschen
  • Bei starkem Befall im Vorjahr auf vier Fallen erhöhen
  • Fallen nicht direkt über dem Sitzplatz aufhängen

Platz 3: Prüfe deine Säulenkirsche jede Woche auf Apfelwickler

Wer früh erkennt, verliert weniger. Ab Juni lohnt ein kurzer Rundgang mit den Augen: kleine Bohrlöcher am Stielansatz, feuchter Krümelkot oder eine Frucht, die rötlich abreift, während die Nachbarn noch grün sind, sind typische Hinweise.

Pflück verdächtige Früchte ab und öffne sie über einem Teller. Sitzt eine Made im Kerngehäuse, hast du den Befall bestätigt und weißt, dass du nacharbeiten musst. Solche Früchte gehören nicht auf den Kompost, sondern in einen verschlossenen Beutel.

Platz 4: Hol dir Meisen, Ohrwürmer und Schlupfwespen als Helfer

Ein Nistkasten auf zwei Meter Höhe bringt Meisen ins Spiel, die Falter und Raupen ablesen. Ohrwürmer jagen nachts kleine Insekten und Eier; sie ziehen gern in einen umgedrehten Tontopf mit Holzwolle. Schlupfwespen wiederum legen ihre Eier in Wicklerraupen und erledigen sie von innen.

  • Blühende Kräuter wie Dill und Fenchel an den Balkonrand stellen
  • Einen Topf mit Holzwolle kopfüber zwischen die Zweige hängen
  • Spritzmittel gegen Blattläuse sparsam einsetzen, sie treffen auch Nützlinge

Platz 5: Ernte früh und räum Fallobst sofort weg

Fallobst ist die beste Kinderstube: Darin wächst die nächste Generation heran und überwintert zum Teil im Topf. Sammle deshalb täglich auf, was unter dem Bäumchen liegt. Auch hängende Früchte, die schon weich sind oder ein Loch zeigen, gehören sofort abgepflückt.

Ernte die reifen Kirschen lieber etwas früher als zu spät. Wer sie bei der ersten Vollreife abnimmt, entzieht den Maden die Zeit zum Fertigfressen. Zum Sommerende lohnt es sich, die Substratoberfläche leicht zu lockern und alte Rindenstücke zu entfernen, damit sich dort keine neue Brut einnistet.

Fünf Maßnahmen, die zusammenwirken: Barriere am Stamm, Verwirrung in der Luft, Kontrolle in der Hand, Nützlinge im Blattwerk und Sauberkeit am Boden. Einzeln bringen sie wenig, in Kombination senken sie den Befall deutlich. Kleine Krone, überschaubarer Aufwand, und die Ernte bleibt am Ende dir und nicht der Made.

Veröffentlicht am 20. Oktober 2026

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